Studie
Strom nur wenig teurer bei schnellem Atomausstieg

Ein schneller Atomausstieg wird laut Studie des Umweltministeriums „keine nennenswerten Einbußen“ beim Wirtschaftswachstum bringen. Auch ein „vorgezogener Ausstieg“ sei ohne Gefahr von Strom-Blackouts möglich.
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Frankfurt/MainEin schneller Atomausstieg führt nach Einschätzung des Umweltbundesamts (UBA) nur zu moderaten Strompreissteigerungen von 0,6 bis 0,8 Cent pro Kilowattstunde und wird „keine nennenswerten Einbußen“ beim Wirtschaftswachstum bringen. Zu diesem Ergebnis kommt eine UBA-Studie, die der „Frankfurter Rundschau“ (Freitagausgabe) vorliegt.

„Ein vollständiges Abschalten der AKW bis 2017 verringert die Gefahren und Risiken der Atomenergie deutlich. Dies hätte erhebliche gesellschaftliche Vorteile, die die moderaten Strompreiserhöhungen aufwiegen“, schreibt das Umweltbundesamt in dem Papier.

Das UBA hat das Hintergrundpapier als Grundlage für die seit Fukushima neu begonnene Atom-Debatte erarbeitet. Es wurde bisher nicht veröffentlicht - nach Presseinformationen auf Wunsch von Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU). Nun soll das Papier offenbar Anfang nächster Woche publiziert werden - also erst, nachdem die von Ex-Minister Klaus Töpfer (CDU) geleitete Ethikkommission zur Energiewende ihren Schlussbericht vorgelegt hat.

Die UBA-Studie argumentiert weiter, dass ein „vorgezogener Ausstieg“ ohne Gefahr von Strom-Blackouts möglich wäre. Auch das viel beschworene Problem angeblich überlasteter Stromnetze durch die Energiewende entdramatisiert das Umweltbundesamt. Neue Gaskraftwerke könnten „zur Netzstützung als Ersatz in den Regionen gebaut werden, in denen heute die Atomkraftwerke stehen“.

Solche Anlagen haben Planungs- und Bauzeiten von drei bis sechs Jahren - könnten also 2017 fertig sein. Das UBA widerspricht auch dem Argument, das schnelle Abschalten der AKW torpediere die deutschen Klimaschutzpläne.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie: Strom nur wenig teurer bei schnellem Atomausstieg"

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  • Da haben Sie völlig recht, genau wie guru2000.

    Gerade die Elektro-Mobilität wird für steigenden Strombedarf sorgen.

    Es ist übrigens ganz einfach zum (gewünschten) Ergebnis solcher "Studien" zu kommen:
    Erst legen Sie auf einer Excel-Tabelle die bestimmenden Faktoren an (je mehr desto besser) und verknüpfen diese miteinander.
    Dann verändern Sie die grundlegenden Parameter innerhalb der zukünftig möglichen Bandbreite bis das Ergebnis "passt".

    Widerlegen lassen sich solche auf die Zukunft abzielenden Studien immer erst wenn es zu spät ist und sich eh keiner mehr für sie interessiert.
    Deshalb kann man die Ergebnisse solcher Studien auch nicht isoliert betrachten.

  • Bin kein Freund von Atomkraftwerken. Aber an der Zukunft habe ich schon Interesse. Also habe ich kürzlich eine solche Studie mit ähnlichem Ergebniss wie oben genau studiert. Schon nach einiger Zeit war klar:
    Hier wird mit falschen Voraussetzungen gerechnet.
    Diese Studie ging davon aus, daß sich der Stromverbrauch zukünftig erheblich reduziert.

    Hallo???

    Woher kommt nachts demnächst der Strom um die E - Cars aufzuladen?
    Richtig!
    Aus der Stechdose!

    Für mich stellt sich die Frage, warum die Bürger wissentlich falsch informiert werden?

    Schönen Tag noch.

  • Bin kein Freund von Atomkraftwerken. Aber an der Zukunft habe ich schon Interesse. Also habe ich kürzlich eine solche Studie mit ähnlichem Ergebniss wie oben genau studiert. Schon nach einiger Zeit war klar:
    Hier wird mit falschen Voraussetzungen gerechnet.
    Diese Studie ging davon aus, daß sich der Stromverbrauch zukünftig erheblich reduziert.

    Hallo???

    Woher kommt nachts demnächst der Strom um die E - Cars aufzuladen?
    Richtig!
    Aus der Stechdose!

    Für mich stellt sich die Frage, warum die Bürger wissentlich falsch informiert werden?

    Schönen Tag noch.

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