Studie
Versorgung der Schulen mit Lehrern lässt weiter zu wünschen übrig

Fünf Jahre nach der ersten Pisa-Studie ist die Versorgung der Schulen mit Lehrern nicht besser geworden. Laut einer Studie des Essener Bildungsexperten Klaus Klemm hat sich das Verhältnis Lehrer zu Schüler in den weiterführenden Schulen gegenüber 1995 „deutlich verschlechtert“. Für die Zurückhaltung bei den Einstellung sind mehrere Faktoren verantwortlich.

bag BERLIN. In den Grundschulen sei die Situation nur marginal besser geworden. Der Grund: Die Länder stellen deutlich weniger Lehrer ein, als die Kultusminister selbst vorhergesagt haben. Insgesamt sollten nach der Prognose der Kultusministerkonferenz von 2003 bis ins laufende Jahr 114 000 Lehrer angeheuert werden, tatsächlich waren es aber nur gut 97 000. Die Lücke beträgt somit 16 200 Lehrer, wovon mehr als 90 Prozent auf die alten Länder entfällt.

Auch wenn die Lücke zwischen Prognose und Einstellungen zuletzt wieder kleiner wurde, „geht die Schere insgesamt immer weiter auseinander“, kritisierte der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne, bei der Vorstellung. Die Folgen seien „weniger Unterricht, mehr Stundenausfall und größere Klassen – die Landesregierungen sparen auf dem Rücken der Schüler“. Wenn nicht schnell umgesteuert werde, drohe ein dramatischer Lehrermangel.

Neben dem Druck der Finanzminister gibt es zwei weitere Ursachen für die Zurückhaltung bei den Einstellungen: Zum einen haben diverse Länder die Unterrichtsstundenzahl pro Lehrer um bis zu drei Stunden erhöht. Damit fehle vielen Lehrern aber die Zeit für die von allen Bildungspolitikern dringend angemahnte Weiterbildung, argumentiert die GEW. Daneben haben die neuen Pensionskürzungen bei vorzeitigem Ausscheiden wegen Dienstunfähigkeit dazu geführt, dass deren Anteil an allen Pensionierungen von zwei auf knapp ein Drittel gesunken ist.

Dennoch habe sich „die unbefriedigende Versorgung der Schulen allenfalls nicht weiter verschlechtert“, so Klemm. Das gilt neben der Lehrer/Schüler-Relation auch für die Klassengröße: Diese hat sich in der Sekundarstufe I von gut 24 auf 25 Schüler verschlechtert. In den Grundschulen stagniert die durchschnittliche Klassengröße bei 22 Kindern.

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