Studie zu Schulnoten
Mädchen bevorzugt

In der Schule bekommen Jungen schlechtere Noten als Mädchen, auch wenn sie den gleichen Wissensstand haben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht des Bundesbildungsministeriums, für den verschiedene Studien ausgewertet wurden. Experten sehen vor allem einen Grund für die Entwicklung.

HB BERLIN. In Deutsch, Mathematik und Sachkunde erhielten Mädchen bei gleichen Leistungen bessere Noten als Jungen, meldete der „Spiegel“ am Freitag in Bezug auf die Studie. Insgesamt schneiden männliche Schüler den Experten zufolge deutlich schlechter ab als weibliche. So betrage der Jungenanteil an den Hauptschulen 56 Prozent, an den Gymnasien aber nur 46 Prozent.

Das liege möglicherweise auch daran, dass das sozial zumeist angepasstere Verhalten der Mädchen in die Note einfließe, heißt es in der Untersuchung. Um dies zu ändern, schlagen die Autoren die „Umgestaltung des schulischen Alltags nach geschlechtergerechten Gesichtspunkten“ vor. Wie die Schulen konkret auf die Bedürfnisse von Jungen eingehen könnten, lassen sie aber offen. Ein Zitat aus der Studie lautet: „Ungeklärt ist, wie ein an Jungeninteressen orientierter Unterricht aussehen könnte, ohne die Interessen von Mädchen zu vernachlässigen.“

Ein Sprecher des Bundesbildungsministeriums erklärte, da die Studie zwar einen Trend beschreibe, aber keine Gründe dafür liefere, sei es zu für Handlungsempfehlungen zu früh. Denn die Pisa-Studie zeige andererseits, dass Jungen in Fächern wie Lesen aufgeholt hätten, die lange als Domäne der Mädchen galten. Deshalb seien weitere Erhebungen erforderlich.

Männliche Vorbilder fehlen

Dabei könne zum Beispiel nicht nur untersucht werden, ob der geringe Anteil von Erziehern in Kindertagesstätten und von Lehrern in Grundschulen etwas mit der Bewertung der Jungen zu tun habe. Möglicherweise fehlten auch männliche Vorbilder, die die Jungen zu besserer Leistung anspornten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%