Studie zu Strompreisen: Kohle und Atom teurer als Ökostrom

Studie zu Strompreisen
Kohle und Atom teurer als Ökostrom

Atomstrom gilt als günstig, Energie aus erneuerbaren Quellen als teuer. Dieses Vorurteil will eine Studie des Forums Ökologische-Soziale Marktwirtschaft widerlegen. Demnach ist Atomstrom dreimal teurer als Ökostrom.
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BerlinDie Förderung von Kohle- und Atomstrom schlägt einer Studie zufolge weit stärker zu Buche als die Zahlungen für erneuerbare Energien. Würden bisher angefallene Kosten summiert und auf den Strompreis aufgeschlagen, läge eine solche Kohle- und Atomstrom-Umlage bei 10,2 Cent je Kilowattstunde, ergab eine am Montag in Berlin vorgestellte Studie des Forums Ökologische-Soziale Marktwirtschaft (FÖS). Das wäre dreimal so hoch wie die über den Strompreis zu zahlende Ökoumlage.

Die Verbraucher müssten die Kosten für Kohle und Atom über Steuern und Abgaben indirekt zahlen, die Ökoenergie-Förderung sei hingegen transparenter, betonte Swantje Küchler vom FÖS. Zudem seien Umweltschäden und die Kosten für die Atommüll-Entsorgung nur zum Teil von den Verursachern zu tragen.

In der Studie im Auftrag von Greenpeace Energy und dem Bundesverband Windenergie werden Steuervergünstigungen, begünstigende Rahmenbedingungen und Finanzhilfen für Steinkohlestrom von 1970 bis 2012 mit 177 Milliarden Euro, für Braunkohlestrom mit 65 Milliarden Euro und für Atomstrom mit 187 Milliarden Euro beziffert. Allerdings hat die Energiebranche solche Zahlen des FÖS immer wieder als viel zu hoch und nicht plausibel kritisiert.

Die über den Strompreis zu zahlende Unterstützung für erneuerbare Energien wird mit 54 Milliarden Euro errechnet. Da Vergütungen aber auf 20 Jahre garantiert gezahlt werden müssen, ist jetzt schon mit Kosten von mehr als 150 Milliarden Euro für Ökoenergie auszugehen.

Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy, sprach von einer fast hysterischen Debatte um die Strompreise. „Da wird der Eindruck erweckt, die erneuerbaren Energien seien ein großer Kostentreiber, während fossile Energieträger quasi kostenneutral zu seien.“ Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands Windenergie, forderte von der Bundesregierung eine ehrliche Kostendebatte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie zu Strompreisen: Kohle und Atom teurer als Ökostrom"

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  • Was wollen wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen?
    Versuechte Erde, keine Energien mehr.
    Klar unser eins interessiert es nicht, die Paar Jahre die wir haben überleben wir mit Öl und Kohle, aber was ist danach? Wie sollen unsere Nachkommen heizen?
    Ich finde diese Egoismus Mentalität zum kotzen, erstmal ich und dann schau mal was übrig bleibt. Man kann jetzt ohne große Verluste die Weichen stellen.
    Bestimmt sind sie auch so einer der im Winter den Wagen im Stand warmlaufen lässt und sich dann über den Preis beschwert.
    Bitte mal in die Zukunft investieren, sonst reicht eure Rente nicht aus um Strom zu bezahlen.

  • "Ökostrom billiger als Atomstrom" ist ungefähr so wie zu sagen "Äpfel sind billiger als Birnen". Ökostrom ist schwankend und völlig vom Wetter abhängig, mal kommt ein bischen Strom aus der Windmühle oder dem Solarpaneel, mal kommt nichts, ein Zickzack-Strom, mit dem man nichteinmal verläßlich eine Lampe betreiben kann.
    Um die Kosten wirklich zu vergleichen, müsste Ökostrom in der Lage sein, Steckdosen-Strom völlig ohne Hilfe von fossilen Kraftwerken, zu liefern. Windmühlen und Solarpaneele müssten in der lage sein, uns wirklich zu versorgen, und nicht nur "auf dem Papier" anhand statistischer Kilowattstunden-Gegenrechnungen. Dazu müsste Ökostrom viele Stromspeicher haben, die er jetzt nicht hat. Würde man diese Speicher hinzunehmen, wäre Ökostrom nochmals doppelt so teuer.
    Die Studie ist also mal wieder - ganz abgesehen von den utopischen Annahmen "fehlende Steuern sind Subventionen" - ein Öko-Traum der nichts mit der Realität zu tun hat.

  • Da Vergütungen aber auf 20 Jahre garantiert gezahlt werden müssen,
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    Diesen Vertrag haben wir den Verbrechern von Rot-Grün zu verdanken

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