Studie zum Arbeitsmarkt
Was Asylbewerbern den Weg in den Job versperrt

Nach drei Monaten in Deutschland dürfen Asylbewerber eine Arbeit annehmen. Asylverfahren dauern aber im Schnitt mehr als sieben Monate – für Arbeitgeber sind die unsicheren Aussichten der Flüchtlinge belastend.
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Die lange Ungewissheit beim Asylverfahren verhindert nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung die schnelle Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Zwar habe die Bundesregierung die Residenzpflicht und das Arbeitsverbot für Asylbewerber auf drei Monate verkürzt. Während der Wartezeit aber bleibe der Weg in den Job versperrt. Arbeitgebern sei die Unsicherheit zu hoch, stellt Studienautor Professor Dietrich Thränhardt in der am Dienstag veröffentlichen Untersuchung fest.

Im Schnitt dauere das Verfahren beim Bundesamt für Migration und Flüchtlingen (BAMF) 7,1 Monate. Eritreer mit einer hohen Quote bei der Anerkennung aber warteten schon im dritten Quartal 2014 im Durchschnitt 10,1 Monate, Afghanen 16,5 Monate und Pakistani sogar 17,6 Monate.

Eine große Mehrheit der Deutschen befürwortet eine schnellere Aufnahme von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt. Laut Studie sprechen sich 84 Prozent der Bundesbürger dafür aus. Bei der selben von TNS Emnid erstellten Umfrage äußerten 40 Prozent der Befragten allerdings die Meinung, dass Deutschland bereits jetzt an seine Belastungsgrenze bei der Aufnahme von Flüchtlinge stoße.

„Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine wichtige humanitäre Aufgabe“, sagt Jörg Dräger vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. „Je erfolgreicher und schneller die Integration in den Arbeitsmarkt gelingt, desto eher können Bedenken entkräftet werden.“

Die Studie empfiehlt der Politik ein ganzes Maßnahmen-Bündel, um die Integration zu beschleunigen. Vorrang müsse haben, den Bearbeitungsstau bei den Asylverfahren aufzuheben. Die Studie beklagt, dass in keinem anderen EU-Land dieser Stau so lang sei. Bis Ende Februar 2015 sei die Zahl der offenen Anträge auf 243 820 angewachsen. Dräger begrüßt zwar die Ankündigung, dass das zuständige Bundesamt 2000 zusätzliche Stellen bekommt. Die Qualität der Entscheidungen müsse aber auch verbessert werden. 13 Prozent der Asylbescheide würden von den Gerichten korrigiert.

Bereits während der Wartezeit sollten die Asylbewerber Deutsch lernen können, laut Studie ist das aber bislang nur in fünf Bundesländern möglich. Zusätzlich sollten Ausbildungsstand, Arbeitserfahrung und Berufsperspektiven erfasst und an die Bundesanstalt für Arbeit weitergereicht werden. So könne, so die Studie, spätestens nach drei Monaten die aktive Arbeitsvermittlung starten.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hindernisse? Die Sprache, die Religion und die fehlenden Kenntnisse sowie der Wille zur Arbeit. Warum weigern sich die Leute in Ihrer Heimat hu arbeiten? Weil Hr. Gauck sie aufrief: Kommt nach Deutschland, wir sind reich und ihr könnt hier kostenfrei leben??

  • @ Bernhard Ramseyer,
    "Die mehr als 600.000 abgelehnten Asylbewerber stellen, doch sicher keine Unsicherheit für die Arbeitgeber dar?"
    Na so deutlich dürfen sie den Finger wirklich nicht in die Wunde legen - und dann noch der Hinweis auf die Arbeitsweise (Beratung) der Innenminister.
    Die können einfach nicht anders, zumal genau das "Deutsche Politik" in der Realität darstellt.

  • Ein Haupthindernis bei der Integration von Ausländern in den Arbeitsmarkt ist das Deutsche Arbeitsrecht* und die Lohntarife. Das sind allerdings Themen die jenseits der Scheuklappen der sehr linken Bertelsmänner liegen.

    Erläuterung: Grundsätzlich unterscheiden sich die Ausbildungen in den diversen Ländern..Beispiel: Was kann ein Chemiker aus Algerien und was nicht? Wie zuverlässig arbeitet dieser? Wenn der Kandidat mit den Aufgaben überfordert ist und der Arbeitgeber dies nicht innerhalb der Probezeit bemerkt, hat er verloren, bzw. enorme Kosten. Die Möglichkeit einem schwächeren Kandidaten einen wesentlich niedrigeren Lohn anzubieten gibt es häufig nicht. Es bleibt allenfalls die Zeitarbeit deren Kernkompetenz der Umgang mit solchen Herausforderungen ist.

    ""Die Aufnahme von Flüchtlingen ist eine wichtige humanitäre Aufgabe“, sagt Jörg Dräger vom Vorstand der Bertelsmann-Stiftung." Schön wäre es wenn die Bertelsmann - Stiftung wenigstens die Kosten der gewünschten Einwanderung, Sozialhilfe, H4, Krankenversicherung, Polizei, Kriminalitätsschäden übernehmen würden. Dann würden sich diese Linken vielleicht auch fragen welchen Nutzen die Einwanderung hat.

    *In der Schweiz gibt es eine Kündigungsfrist, keinen Kündigungsschutz. Entsprechend erfolgreicher ist die Integration von Ausländern in den Arbeitsmarkt. Dennoch bleiben gem. Statistik ca. 70% der "Flüchtlinge" langfristig auf die staatliche Alimentation angewiesen.

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