Studie zur Altersvorsorge
Rente mit 63 wird noch teurer

Eine Studie des Handelsblatt Research Instituts zusammen mit Prognos zeigt: Die Rentenpläne der Regierung kommen die Beitragszahler teuer zu stehen. Arbeitsministerin Nahles bastelt bereits an Korrekturen.
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BerlinNun ist es offiziell: Wegen der Regierungspläne werden die Rentenbeiträge in den nächsten Jahrzehnten steigen, gleichzeitig geht das Rentenniveau noch stärker als bislang erwartet zurück. Eine neue Studie des Handelsblatt Research Institute (HRI) und das Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos, die der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegeben hatte, bestätigt, was viele Beobachter seit Wochen am Rentenpaket von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kritisieren.

Genau genommen dürfte der Rentenbeitrag von derzeit 18,9 Prozent bis 2030 auf 22,7 Prozent steigen, sagte Prognos-Chefökonom Michael Böhmer am Dienstag in Berlin. Das Sicherungsniveau falle um bis zu 0,5 Prozentpunkte niedriger aus als ohne die Maßnahmen der Regierung. Nach Überzeugung der Verfasser der Studie setzt die Bundesregierung mit diesem rentenpolitischen Kurs ein falsches Signal. Das derzeitige demografische Zwischenhoch werde für langfristige Leistungsausweitungen missbraucht.

Derweil bastelt Nahles bereits an der ersten Korrekturen an der Rente ab 63, um die vielfach befürchtete Frühverrentungswelle zu vermeiden. Sie will Arbeitgeber, die Arbeitnehmer mit Hilfe von Arbeitslosengeld vorzeitig in die Rente mit 63 schicken, an zusätzlichen Kosten beteiligen. Bis vor einigen Jahren mussten Arbeitgeber in bestimmten Fällen das Arbeitslosengeld für über 58-Jährige erstatten, wenn sie ältere Arbeitnehmer ungerechtfertigt in die Arbeitslosigkeit entließen.

DGB

Warum Menschen früh zu Rentnern werden

in Prozent


( mit der Maus über die Grafik fahren)


Nahles wolle nicht, dass der Abschied vom Erwerbsleben durch zwei Jahre Arbeitslosengeld auf 61 Jahre vorverlegt werde, sagte die SPD-Politikerin am Dienstag in Berlin. „Das heißt für mich, dass wir es denen teuer machen müssen, den Arbeitgebern. Das nennt man Erstattungspflicht.“

Dass Arbeitnehmer das vorgezogene Rentenalter für sich ausnutzen könnten, wie ihr unter anderem der Arbeitnehmerbund vorwirft, hält Nahles ebenso für unwahrscheinlich. Dies nämlich sei mit finanziellen Einbußen für die Arbeitnehmer verbunden, da das Arbeitslosengeld nur 60 oder 67 Prozent (Arbeitslose mit Kindern) des letzten Gehalts ausmacht. Für Arbeitnehmer werde dies nur attraktiv, wenn Arbeitgeber ihnen die Einbußen in Höhe von etwa 30.000 Euro durch Abfindungen versüßten.

Das schwarz-rote Rentenpaket, das auch die Ausweitung der Mütterrente beinhaltet, soll Ende Mai vom Bundestag verabschiedet werden. Die Neuregelungen sollen zum 1. Juli in Kraft treten. Vor allem beim Wirtschaftsflügel der Unions-Fraktion im Bundestag gibt es Widerstand gegen die Regelungen bei der Rente mit 63. Dort wird gefordert, die Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit zu begrenzen wie auch eine Beschäftigung über das Rentenalter hinaus zu erleichtern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Studie zur Altersvorsorge: Rente mit 63 wird noch teurer"

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  • Rente zu teuer? Wird das ausland bzw. kriminelle Auslän der gefördert und unterstützt, haben wir Geld im Überfluß! Es sind ja auch keine Deutsche! Wieso Freizügigkeit = jeder Ausländer darf hier auf Kosten der Deutschen leben und kein Politiker jegt sich auf. Sollen Deutsche Bürger mehr Rente erhalten, geht es nicht. Wir sind ja keine Südeuropäer. Sollen Politiker mehr Geld erhalten, ist Geld auch im Überfluss da. Geht mehr Verachtung/Diskriminierung gegen Deutsche??

  • Eine Stute als Arbeitsministerin wäre eine bessere Lösung, die würde nur ein wenig wiehern, Heu fressen, aber wenigstens keinen nennenswerten schaden anrichten.

    Frau Nahles als Arbeitsministerin ist eine üble Verhöhnung des Volkes.

  • Sollte es doch jedem über 63 freigestellt werden, ob er weiter arbeitet oder sich gleich verbeamten lässt. Dann kann er im Arbeitsleben gut und gern noch einmal 15 Jahre durchhalten oder sich sofort frühpensionieren lassen.

    Die Beamten- und Politikerpensionen strangulieren die nächste Generation ohnehin. Auf die wenigen Rentner, die man umgeswitcht hat, kommt es dann auch nicht mehr an.

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