Studie zur Arbeit 4.0 Roboter könnten jeden vierten Job übernehmen

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Spezialisten sind sicherer als Fachkräfte

Deutsche Wirtschaft appelliert: „Wir dürfen die Digitalisierung nicht verschlafen“

Deutsche Wirtschaft appelliert: „Wir dürfen die Digitalisierung nicht verschlafen“

Dennoch stellen die Forscherinnen einen kleinen, aber doch signifikanten Zusammenhang zwischen Technologieeinsatz und Beschäftigungsentwicklung fest. Wenn das Substituierbarkeitspotenzial um zehn Prozentpunkte steigt, sinkt das Beschäftigungswachstum um einen Prozentpunkt.

Potenzial für den Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch Technik gibt es quer durch alle Branchen und Qualifikationsniveaus. Vor allem bei Helferberufen ist die Automatisierung in den zurückliegenden Jahren weiter vorangeschritten. Konnten in diesem Segment 2013 noch 46 Prozent der Tätigkeiten theoretisch auch von Computern erledigt werden, so waren es 2016 schon 58 Prozent. In Fachkraftberufen sind 54 Prozent der Tätigkeiten betroffen, bei Spezialisten mit Meistertitel oder Bachelor-Abschluss 40 Prozent und bei Experten mit mindestens vierjährigem abgeschlossenen Hochschulstudium immerhin noch 24 Prozent.

Generell gilt, dass die Bedrohung durch den technologischen Fortschritt mit dem Qualifikationsniveau abnimmt. Dennoch ist auch bei den Expertenberufen der Anteil der potenziell ersetzbaren Tätigkeiten im Untersuchungszeitraum um sechs Prozentpunkte gestiegen.

Betrachtet man die unterschiedlichen Berufssegmente, so ist das Potenzial für den Einsatz von Robotern und Maschinen in den Fertigungsberufen immer noch am höchsten. Für 70 Prozent der Tätigkeiten ist demnach kein Mensch aus Fleisch und Blut mehr erforderlich.

Hier hat es allerdings seit dem Jahr 2013 nur noch eine relativ geringe Veränderung gegeben. Besonders rasant vollzieht sich der Wandel derzeit in den Sparten Verkehr und Logistik, bei unternehmensnahen Dienstleistungen, in Reinigungsberufen und im Handel.

In der Logistik lassen sich heute 56 Prozent der Tätigkeiten potenziell durch Computer erledigen, 2013 waren es erst 36 Prozent. Ein Grund ist, dass der Material- und Warenfluss in einer Fertigungslinie heute oft schon weitgehend vollautomatisch abläuft. Im Handel kommt Kollege Computer etwa bei der automatischen Wareneingangskontrolle zum Einsatz und ersetzt dort Personal.

Damit die Arbeit 4.0 nicht zur Beschäftigungsbremse wird, empfiehlt das IAB als Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor allem größere Aus- und Weiterbildungsanstrengungen. Weil das Wissen immer schneller veralte, reiche die Erstausbildung immer seltener aus, um den Anforderungen eines gesamten Arbeitslebens gewachsen zu sein, heißt es in der Studie: „Lernen im Erwerbsleben muss deshalb zur Normalität werden.“

Union und SPD haben darauf in ihrem Koalitionsvertrag reagiert. Sie versprechen unter anderem eine „Nationale Weiterbildungsstrategie“, die Antworten auf den digitalen Wandel der Arbeitswelt gibt. Außerdem soll es, wenn es zur Großen Koalition kommt, ein Recht auf Weiterbildungsberatung bei der BA geben. Das Initiativrecht der Betriebsräte bei Weiterbildungen wollen die Parteien ebenfalls stärken.

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