Studie zur Verkehrswende
Mit drastischen Maßnahmen weg vom Verbrenner

Spitzenpolitiker wollen den Diesel erhalten – auch aus Klimaschutzgründen. Dabei wäre der Abschied vom Verbrennungsmotor laut einer Studie die bessere Lösung. Und mit radikalen Maßnahmen schon bald umsetzbar.
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BerlinLange ist es nicht her, dass Angela Merkel sich als Klimakanzlerin feiern ließ. Das Ziel, aus Kohle, Öl und Gas auszusteigen, hat sie erst vor zwei Jahren auf dem G7-Gipfel in Elmau durchgesetzt. Das Klimaabkommen von Paris, gefeiert als historischer Durchbruch, hat Deutschland mitgestaltet. Es herrschte Aufbruchstimmung. Und jetzt? Seit in Deutschland über die Konsequenzen aus der Abgasaffäre in der Autobranche diskutiert wird, scheinen die hehren Ziele von einst in den Hintergrund gerückt. Jedenfalls tut sich Merkel mit konkreten Festlegungen schwer.

Für den möglichen Abschied vom Diesel-Antrieb nannte die Kanzlerin bislang kein festes Datum. „Den Diesel wird es noch viele, viele Jahre geben, genauso wie den Verbrennungsmotor“, hatte sie kürzlich im ZDF gesagt. „Es hat keinen Sinn, jetzt die Menschen zu verunsichern.“ Merkel will vielmehr den Verbrennungsmotor noch sehr lange erhalten. Als Brückentechnologie, wie sie sagte, um die Vorgaben beim Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids in den kommenden Jahrzehnten zu erfüllen. Fahrverbote müssten auf jeden Fall verhindert werden.

Merkel steht mit ihrer Ansicht nicht allein. Andere formulieren ihre Positionen zu dem Thema inmitten des Wahlkampfs nur deutlich schärfer. CSU-Chef Horst Seehofer machte das Festhalten an Dieseln und Benzinern zur Voraussetzung für eine Regierungsbeteiligung seiner Partei. Der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir gab hingegen das Ende des Verbrennungsmotors als Koalitionsbedingung aus. Er will damit den Einstieg in den abgasfreien Verkehr erzwingen.

Umweltschützer hat Özdemir damit auf seiner Seite, zumal diese es für eine Mär halten, dass Diesel-Autos für den Klimaschutz besser seien, weil sie angeblich weniger CO2-Emissionen haben sollen. Nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) haben die Diesel, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, jedenfalls keine besseren CO2-Werte als Benziner.

Der Grund: Hochmotorisierte Autos, etwa SUVs, haben meist einen Dieselmotor, um den Spritverbrauch zu senken. 2015 lagen der Behörde zufolge Neuzulassungen von Benzinern und Dieseln beim CO2-Durchschnittswert gleichauf mit 129 Gramm CO2 pro Kilometer - das UBA beruft sich dabei auf Angaben des Kraftfahrtbundesamts.

Im Umkehrschluss heißt das: Wenn das Klimaziel von Paris, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen, erreicht werden soll, dann müssen auch die CO2-Emissionen von Diesel-Fahrzeugen angegangen werden. Länder wie Frankreich und Großbritannien machen es vor. Bis spätestens 2040 wollen sie den Verkauf von Diesel- und Benzinautos verbieten.

Die Grünen fordern in ihrem Wahlprogramm, ab 2030 in Deutschland keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zuzulassen. Schon das dürfte schwierig zu erreichen sein angesichts der noch spärlichen Rahmenbedingungen für alternative Antriebe. Doch eine Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace, geht sogar noch weiter. Danach soll es schon ab 2025 keine neuen Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr geben.

Das Institut hat ein Mobilitätsszenario erstellt, dass es selbst schon als sehr ambitioniert betrachtet. In dem 86-Seiten-Werk, das dem Handelsblatt vorliegt, skizzieren die Experten, unter welchen Bedingungen der Verkehr in Deutschland ab dem Jahr 2035 ohne Öl auskommen und so einen deutlichen Beitrag zum Klimaschutz und für bessere Luft leisten kann. Unterm Strich würde das auf ein radikale „Wende in vielen Bereichen von Mobilität und Verkehr“ hinauslaufen.

Den Leuten solle das Auto nicht weggenommen werden, sagte Thorsten Koska, Co-Autor des Szenarios. Es gehe darum, Alternativen attraktiver zu machen. Auch ein Zulassungsverbot für Autos mit herkömmlichem Antrieb ab 2025 hält Koska für realistisch. Die Fahrzeughersteller hätten bereits damit begonnen, neue Elektromodelle zu entwickeln. „Acht Jahre reichen aus, um diesen Prozess abzuschließen und die Modellpalette umzustellen.“

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  • https://www.welt.de/wirtschaft/bilanz/article167436953/Naiver-dummer-deutscher-Masochismus.html:

    Letzter Absatz:

    "Übrigens – die Umweltbilanz eines Tesla ist laut einer schwedischen Studie ein Desaster. Einen Tesla S muss man acht Jahre fahren, damit er in der CO2-Bilanz besser dasteht als ein Verbrennungsmotor. Das wird man vom coolen Typen Elon Musk aber niemals hören. Er ist schließlich kein Image-Masochist."

    Mit anderen E-Autos dürfte es ähnlich aussehen.

  • Es ist eigentlich für Deutschland schade, dass die Grünen nicht schon früher ihre Weltanschauung durchsetzen konnten. In den 80er Jahren wollten sie die Bundeswehr abschaffen und die Polizei entwaffne und maximal mit einem Gummiknüppel ausstatten.

    Die Sonnenblumenpartei und ihre meist und oft heruntergekommen Wähler haben sich nicht geändert.

  • Herr Tom Schmidt - 31.08.2017, 12:16 Uhr
    Herr Tom Schmidt - 31.08.2017, 12:10 Uhr

    Was wollen Sie mit Ihrer Rosinenpickerei beweisen? Das Sie nicht in der Lage sind, einen Trend zu akzeptieren?

    Auch mir ist die Verminderung der Treibhausgase in Deutschland zu gering. Um ihn zu beschleunigen, müssen fossile Kraftwerke abgeschaltet werden, müssen Häuser besser gedämmt werden und muss weniger Sprit durch den Auspuff gejagt werden.

    Ich bin dafür.

    http://www.umweltbundesamt.de/daten/klimawandel/treibhausgas-emissionen-in-deutschland#textpart-1

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