Studie
Zuwanderung verliert als Sorgenthema an Brisanz

Einer Studie zufolge bereitet Zuwanderung und Integration den Deutschen am meisten Kopfzerbrechen – wenn auch längst nicht mehr so stark wie im Vorjahr. Platz zwei der Sorgenliste hält eine beunruhigende Premiere bereit.
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NürnbergDas Thema Zuwanderung und Integration treibt weiter viele Deutsche um, hat aber an Brisanz verloren. Zwar mache sich mit 56 Prozent noch immer knapp mehr als jeder Zweite darüber Gedanken, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des GfK Vereins in Nürnberg. Doch lag der Wert im Jahr 2016 noch bei 83 Prozent.

„Seitdem die Balkanroute geschlossen wurde und im März 2016 das EU-Türkei-Abkommen in Kraft getreten ist, hat sich die Zahl der ankommenden Flüchtlinge erheblich verringert“, sagte Vereinsgeschäftsführer Raimund Wildner. „Auch wenn ein weiterer Zuzug damit erst einmal gebremst worden ist, sehen viele Deutsche dennoch die gesellschaftliche Aufgabe, die Migranten in Deutschland zu integrieren.“

In Deutschland wird Zuwanderung und Integration der Studie zufolge nach wie vor als größte Herausforderung betrachtet – wie auch in Österreich, Schweden, der Schweiz und den USA.

Auf den zweiten Platz hat sich bei den Deutschen erstmals die Sorge vor Armut geschoben. 17 Prozent der Befragten äußerten entsprechende Befürchtungen, im vergangenen Jahr waren es noch sieben Prozent. Als Problem werde vor allem Altersarmut genannt, hieß es.

Die Furcht vor Kriminalität stieg im Vergleich zum Vorjahr von zehn auf 16 Prozent und landete damit auf dem dritten Platz. Erstmals findet sich der Terrorismus mit einem Anstieg von vier auf neun Prozent unter den zehn größten Sorgen in Deutschland.

Verhältnismäßig wenig Kummer bereitet den Deutschen hingegen der Arbeitsmarkt. Mit aktuell 16 Prozent (2016: 13 Prozent) ist das Bangen um den Job trotz der leichten Zunahme nicht unter den Top zwei der Sorgenliste. Noch vor zehn Jahren war Arbeitslosigkeit das größte Schreckensszenario.

Über alle untersuchten Länder hinweg stellt Jobverlust aber die größte Herausforderung dar, allen voran in Spanien mit 61 Prozent. Auch für Menschen in Frankreich, Italien und Indien ist der Arbeitsmarkt das drängendste Problem.

Für die Studie „Challenges of Nations 2017“ wurden insgesamt mehr als 27.500 Menschen in 24 Ländern befragt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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