Studien
Ausländer doppelt so oft arbeitslos wie Deutsche

Ausländer sind in Deutschland laut Institut der deutschen Wirtschaft (IW) fast doppelt so häufig arbeitslos wie Deutsche. Auch bei den Lehrstellen ziehen Bewerber anderer Nationen oft den Kürzeren. Grund: Geringere Qualifikationen und mangelnde Sprachkenntnisse.

HB HAMBURG/BREMEN. Im Jahresdurchschnitt 2005 betrug die Arbeitslosenquote unter Ausländern - bezogen auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - 25,5 Prozent, berichtete das IW auch unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Vor allem Türken finden häufig keinen Job: Jeder dritte in Deutschland lebende erwerbstätige Türke ist laut IW arbeitslos gemeldet - dies sind 219 300 arbeitslose Türken. Bei russischen Zuwanderern betrage die Arbeitslosenquote mehr als 50 Prozent - erwerbslos sind 36 500.

Ähnlich gestaltet sich das Bild auf dem Lehrstellenmarkt. Nach einer weiteren Studie des Bremer Instituts für Arbeitsmarktforschung finden immer weniger ausländische Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Zwischen 1999 und 2004 sei ihr Anteil dramatisch gesunken. Zwar ging in den zehn westdeutschen Ländern die Zahl aller Auszubildenden in dem Zeitraum um zusammen 5,1 Prozent zurück, die der ausländischen Lehrlinge sank jedoch um 29,1 Prozent.

Gründe dafür sieht der Leiter des Bremer Instituts, Paul Schröder, in den vielfach schlechteren Schulabschlüssen und dadurch geringeren Qualifikationen ausländischer Jugendlicher. „Ihr Anteil an den Hauptschulen ist hoch und an den Gymnasien niedrig.“ Auf dem Ausbildungsmarkt müssten sie dann mit den deutschen Jugendlichen konkurrieren, bei denen der Anteil umgekehrt sei. „Wir müssen die ausländischen Kinder und Jugendliche stärker fördern und dürfen sie nicht ausgrenzen“, sagte Schröder mit Blick auf die aktuelle Diskussion über Integration.

In seiner Studie hat Schröder die Daten des Statistischen Bundesamtes ausgewertet. Den stärksten Rückgang ausländischer Auszubildender verzeichnet unter den westdeutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen mit einem Minus von 36,6 Prozent. Die Zahl der deutschen Lehrlinge ging dort nur um 3,2 Prozent zurück. Ähnlich sehen die Rückgänge in Bayern (28,1/1,8) und Schleswig-Holstein (27,9/5,3) und Niedersachsen (27,2/8,5) aus. In Berlin sank die Zahl der deutschen Lehrlinge um 8,9 Prozent, die der ausländischen um 24,1 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%