Studienanfänger
Die Unis platzen aus allen Nähten

Deutschlands Universitäten platzen aus allen Nähten. Noch nie hat es so viele Studienanfänger und Studenten gegeben wie in diesem Jahr. Verschärft wird der Platzmangel in den Vorlesungen durch das Aussetzen der Wehrpflicht.
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HB BERLIN/WIESBADEN. Die deutschen Hochschulen erleben einen beispiellosen Ansturm von Studenten - und dringen deshalb bei Bund und Ländern auf weitere Geldspritzen in Milliardenhöhe. In diesem Wintersemester sind rund 2,2 Mio. Studierende eingeschrieben, fünf Prozent mehr als vor einem Jahr und so viel wie nie zuvor. Die Hochschulen sehen sich finanziell überfordert. Ihre Finanzlage sei „prekär und schwierig“, klagte die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Prof. Margret Wintermantel, am Mittwoch in Berlin.

Die Zahl der Studienanfänger an den Universitäten, Fach- und Verwaltungshochschulen stieg im Sommer- und Wintersemester dieses Jahres um insgesamt mehr als vier Prozent auf rund 442 600, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Mit dem Ende der Wehrpflicht wird die Zahl der Studenten im nächsten Jahr weiter steigen: Schätzungen gehen von einem Plus von 30 000 bis zu 70 000 aus.

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) signalisierte Entgegenkommen. „Wenn die Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 ausgesetzt wird, muss der Hochschulpakt weiterentwickelt werden. Wichtig ist, dass wir Studienbewerber nicht in die Warteschleife schicken“, sagte sie der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch).

Der Anteil der Studienanfänger an der gleichaltrigen Bevölkerung kletterte binnen eines Jahres noch einmal um drei Prozentpunkte auf den Spitzenwert von 46 Prozent, einschließlich Studenten aus dem Ausland. Wie viele das 2010 sind, steht noch nicht fest.

Als Ursache für das Plus nennen die Statistiker vor allem zwei Gründe: mehr Studienberechtigte als in früheren Jahren und mehr Abiturienten, die sich für ein Studium entscheiden. Doppelte Abiturjahrgänge infolge der Gymnasialzeitverkürzung gab es 2010 nur in Hamburg. Im nächsten Jahr kommen Bayern und Niedersachsen hinzu.

Um steigende Studierendenzahlen zu bewältigen, hatten Bund und Länder zwei Hochschulpakte vereinbart, mit denen bis 2015 rund 275 000 neue Studienplätze für insgesamt gut 7,5 Mrd. Euro geschaffen werden sollten.

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  • Die verzweifelten Versuche, die leerstehenden Uni´s zu füllen.

    Mit Hunderten von Millionen DM/Euro wurden die Universitäten in der DDR rundumerneuert und sind oftmals besser ausgestattet als im Westen. Trotzdem stehen fast alle Uni´s leer, möchten viele im Westen studieren, obwohl die Uni´s schon auf die Studiengebühren verzichten. Wie kommt das?

    Fast alle intelligente, die Mädels, sind bereits in den Westen abgewandert. Frauen verzweifelt gesucht. http://www.sueddeutsche.de/politik/o...sucht-1.784869

    Sachsens MP Tillich will Rückkehrerprogramme für Ostdeutsche. Doch niemand kommt zurück. Wie kommt das? http://www.welt.de/politik/deutschla...tdeutsche.html

    Leipzigs Ex-Ob Tiefensee wollte sogar eine Rückkehrprämie für Mädels aussetzen. Trotzdem wollte keine einzige wieder zurück kommen. Wie kommt das?

    Und weshalb möchte fast niemand aus dem Westen im Osten studieren, trotz suggerierter himmlischer bedingungen?

    Fremdenfeindlichkeit - eine eindringliche Warnung an Touristen (LVZ). Mehr rechtsextreme Straftaten in Sachsen - Leipzig mit den meisten Gewaltdelikten. Überfälle in Serie auf Ausländer in Ostdeutschland. Gewalt, nur weil es Spaß macht. Wenn aus purer Lust an sinnloser Gewalt getötet wird, schreibt der Hallesche Universitätsprofessor Marneros in seinem buch „blinde Gewalt“. Die meisten Opfer von Rechtsextremisten sind ja nicht Schwarze, Ausländer oder Juden: Es sind (West)Deutsche. Es geht noch schlimmer: Herr Endrias vom Verein gegen rechte Gewalt: „Die meisten Übergriffe kommen nicht von Skinheads, sondern von scheinbar „ganz normalen“ Menschen“. Diese Feststellung muß nicht noch kommentiert werden.

    Rassismus in Ostdeutschland: http://www.sueddeutsche.de/politik/r...lltag-1.210984
    Sogar ein Pfarrer flieht vor dem Alltag. Die Geschichte einer Pfarrersfamilie ist eine furchtbare Geschichte über den alltäglichen Rassismus in Ostdeutschland. Die Familie des Geistlichen wird beleidigt, beschimpft und bespuckt - bis sie schließlich von Thüringen zurück nach Nordrhein-Westfalen zieht. Nicht umsonst warnen sogar große internationale Reiseführer eindringlich vor besuch in Ostdeutschland.

    Die neuesten verzweifelten Versuche, die leerstehenden Uni´s zu füllen: Werbung mit leicht bekleideten Sachsen-Mädels. ist der Osten noch zu retten? www.spiegel.de/spam/0,1518,486062,00.html

  • Es besteht doch die Möglichkeit sich auf die bundeswehr-Universitäten in München oder Hamburg zu bewerben! Diese zählen ohnehin qualitativ zu den besten und die Hörsäale sind auch nicht überfüllt!

  • Die Politik und die bA sollte eine geregelte Abwanderung für deutsche Fachkräfte fördern, da die Firmen ihre teureren deutschen Fachkräfte gegen billigere zugewanderte austauschen wird. Auch die doppelten Abschlußklassen an Gymnasien und das Aussetzen der Wehrpflicht wird die Zahl der Anfangssemester explodieren lassen und in allen Fachbereichen einen noch nicht erlebten Schweinezyklus erzeugen.

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