Studiengebühren empfohlen
Experten: Einschulung ab vier Jahren sinnvoll

Angesichts der demographischen Entwicklung sollten Kinder in Deutschland nach Einschätzung von Experten bereits im Alter von vier Jahren eingeschult werden. Nur mit einer Mobilisierung aller Bildungsreserven könne der drohende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften ausgeglichen werden, heißt es in einer Studie, die das Prognos Institut im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft erarbeitet hat.

HB MÜNCHEN/BERLIN. Wie der „Tagesspiegel“, das Magazin „Stern“ und die Wochenzeitung „Die Zeit“ berichteten, empfehlen die Experten darin auch Studiengebühren und die Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen. Die Zahl der Hochschulabsolventen solle bis zum Jahr 2020 verdoppelt werden. Nach der Pisa-Studie sei die Untersuchung der erste Versuch, ein Gesamtkonzept für eine deutsche Bildungsreform zu entwerfen.

Zur Deckung des Bildungsbedarfs empfiehlt die Studie kontinuierliche Bedarfsanalysen der Wirtschaft. Der Anteil Höher- und Höchstqualifizierter müsse sowohl durch eine anspruchsvolle Erstausbildung als auch durch das Nachholen von Abschlüssen stetig gesteigert werden. Zudem wird ein differenziertes Weiterbildungssystem vorgeschlagen, das auch lebenslange Aufstiegsmöglichkeiten offen halte. Die Verantwortung der Wirtschaft für die Qualität der Berufsausbildung müsse insgesamt gestärkt werden.

Die Finanzierung individueller Ausbildung sollte nach Ansicht der Experten zunehmend auf die Unterstützung sozial schlechter Gestellter und zugleich leistungsfähiger Personen beschränkt werden. Der Staat solle Wettbewerbsverzerrungen künftig vermeiden und nicht selbst als Anbieter auftreten.

Das bestehende deutsche Bildungssystem stufen die Experten als reformunfähig ein, da mächtige Interessengruppen Veränderungen blockierten. So kritisiert die Studie Bürokratisierung und Überregulierung, für Lehrende und Lernende fehlten Leistungsanreize, Lerninhalte und -methoden seien veraltet.

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