Stundenlohn steigt
Mehr Geld für deutsche Zeitarbeiter

Die rund 335 000 Zeitarbeiter in Deutschland dürfen sich auf einen gestiegenen Stundenlohn freuen. Dabei wurde keine pauschale prozentuale Erhöhung ausgehandelt, sondern für die neun Entgeltgruppen einzeln vereinbart.
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MünsterRund 335 000 Zeitarbeiter in Deutschland bekommen mehr Geld. Der Tarifvertrag des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund sieht eine Gehaltserhöhung zum 1. Mai vor. Dabei wurde keine pauschale prozentuale Erhöhung ausgehandelt. Vielmehr wurden in den neun Entgeltgruppen unterschiedliche Erhöhungen vereinbart.  

„Besonders in der untersten Entgeltgruppe machen sich die Steigerungen im Portemonnaie bemerkbar“, erläuterte am Donnerstag der IGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz. „Der Stundenlohn steigt in der Entgeltgruppe 1 von 7,60 Euro auf dann 7,79 Euro.“ In den neuen Bundesländern werde um 24 Cent je Stunde auf 6,89 Euro erhöht.  Auch Fachkräfte profitieren von den Lohnsteigerungen: „In der Entgeltgruppe 2 steigt der Lohn beispielsweise von 8,22 Euro auf 8,42 Euro, in der Gruppe E 3 steigt er von 9,50 Euro auf 9,84 Euro.“ In der untersten Entgeltgruppe der Fachkräfte wächst der Stundenlohn in zwei Stufen bis November 2012 auf 8,19 Euro im Westen und 7,50 Euro im Osten. „Damit gehen wir gemeinsam mit unseren Sozialpartnern weitere wichtige Schritte in der Stabilisierung eines fairen Lohnniveaus“, führte der IGZ-Chef in Münster aus.  

Einen allgemeinverbindlichen Mindestlohn für die ganze Branche gibt es bisher noch nicht. Der IGZ steht für mehr als 2000 vorwiegend mittelständische Firmen mit zusammen gut einem Drittel der ungefähr 900 000 deutschen Zeitarbeiter. Mehr Arbeitskräfte vertritt nur noch der kürzlich durch eine Fusion entstandene Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (BAP). Der BAP hat rund 1850 Mitglieds-Firmen - darunter die großen Anbieter wie Randstad, Adecco und Manpower - und erfasst nach eigenen Angaben bundesweit mehr als die Hälfte aller Zeitarbeitnehmer. Rund 7000 Zeitarbeitsunternehmen in Deutschland sind der IGZ zufolge nicht organisiert.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich finde es traurig, das nach über 20 Jahren deutsche Einheit immer noch solche krassen Lohnunterschiede zwischen Ost und West gibt. Die jungen Leute ziehen im Osten weg, und die Alten bleiben zurück.

  • Diese Meldung ist wohl ein schlechter Witz, oder????
    Diese scheiß Menschenhändler und asozialen Arbeitgeber sollen sich vom Arbeitsmarkt verpissen. Ansinsten werden die Arbeitnehmer dafür sorgen, das dieses Geschäftsmodell der Zuhälterei und Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft keine Zukunft mehr haben wird!

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