Stuttgart 21
Bahnhofs-Protest wird zur Dagegen-Gaudi

Die erste Runde der Schlichtungsgespräche zum Bahnprojekt Stuttgart21 können Internet-User am Freitag, 22. Oktober 2010, live auf heute.de, der Nachrichten-Website des ZDF, verfolgen. Der unkommentierte Livestream beginnt um 9.00 Uhr und läuft bis zum Ende der Gesprächsrunde. Heute.de bietet damit den Usern die Möglichkeit, Zeugen der Gespräche zum umstrittenen Bahnprojekt zu sein. Zusätzlich zum Livestream finden sich auf der ZDF-Website aktuelle Artikel, Videos und Grafiken zum Thema Stuttgart21.
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Die "Stuttgart 21"-Gegner tragen ihren Protest gegen das Bahnprojekt in die Hauptstadt. Am Dienstag (26. Oktober) komme ein Sonderzug mit mehr als 500 Schwaben nach Berlin, teilte das Aktionsbündnis gegen "Stuttgart 21" am Donnerstag mit. In Berlin soll gegen eine Politik demonstriert werden, "die Profitinteressen von Großkonzernen über die Interessen der Allgemeinheit stellt". Hans Schlecht von der interkulturellen Initiative "Anstifter" sagte, die Demonstranten wollten vor dem Bundeskanzleramt einen "Widerstandsbaum" präsentieren. Das sei einer der Kastanienbäume, die laut Polizeibericht Pflastersteine produzierten. Mit drei Schiffen werde man auf der Spree durch das Regierungsviertel fahren. Dort solle auch demonstriert werden. Die Aktion soll auf dem Potsdamer Platz enden. Der Regisseur am Staatstheater Stuttgart, Volker Lösch, sagte, auf dem Potsdamer Platz sei auch ein "Schwabenstreich" geplant. Wie in Stuttgart sollten sich die Demonstranten treffen und mit allem, was sie haben, Lärm machen. Mit 100 bis 150 Schwaben werde er einen rhythmischen Sprechchor einstudieren. Seine Forderung laute: mehr Bürgerbeteiligung und Transparenz. Valentin Funk von den selbsternannten "Parkschützern" erklärte, der Protest richte sich gegen die Deutsche Bahn als Bauherrin des neuen Stuttgarter Bahnhofs. Sie habe "rechtswidrig" Bäume gefällt. Der Stuttgarter Stadtrat Hannes Rockenbauch sagte, "Stuttgart 21" sei überall. "Die Menschen wollen sich nicht mehr damit abfinden, dass über ihre Köpfe hinweg regiert wird." Auch Alexis Passadakis von den Attac-Globalisierungsgegnern sieht den Streit über den Umbau des Bahnhofs als bundesweiten Konflikt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sei dabei "die Spinne im Netz, denn die Bundesregierung entscheidet federführend über die Mittel der Bahn". Passadakis begründete das Engagement von Attac mit den Worten: "Die Demokratisierung ist unser Ansatzpunkt." Bei "Stuttgart 21" soll der Stuttgarter Hauptbahnhof für 4,1 Milliarden Euro von einem Kopf- in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Mehrheit der Deutschen für Baustopp in Stuttgart =

dpa HAMBURG/STUTTGART. Das Milliardenbahnprojekt Stuttgart 21 stößt bundesweit auf Ablehnung. Mehr als die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) ist dafür, dass die Arbeiten am Stuttgarter Hauptbahnhof gestoppt werden. Dies ergab eine repräsentative Umfrage für das Hamburger Magazin "Stern".

Demnach erklärten nur 33 Prozent der Bürger, die Arbeiten sollten wie geplant fortgesetzt werden; dieser Ansicht sind mehrheitlich die Wähler von Union und FDP. 14 Prozent der Befragten äußerten sich unentschieden.

Das Institut Forsa hatte am 14./15. Oktober 1001 Bundesbürger befragt. Die Teilnehmer sollten eine von drei Antworten ankreuzen: "Die Arbeiten am Stuttgarter Bahnhof sollten - gestoppt werden - fortgesetzt werden - weiß nicht." Ob die Arbeiten nur vorübergehend während der Schlichtung oder dauerhaft gestoppt werden sollten, wurde nicht gefragt.

Die Schlichtungsgespräche zwischen Gegnern und Befürwortern des Bahnprojekts werden an diesem Freitag in Stuttgart fortgesetzt. Sie werden vom ehemaligen CDU-Generalsekretär Heiner Geißler geleitet.

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