Stuttgart 21: Baustart läutet Ende der Leuchtturmprojekte ein

Stuttgart 21
Baustart läutet Ende der Leuchtturmprojekte ein

Heute startet in Stuttgart der prestigeträchtige Umbau des Hauptbahnhofs. Kosten des unter „Stuttgart 21“ firmierenden Projektes: mindestens vier Milliarden Euro. Verkehrsminister Ramsauer geht unterdessen das Geld für weitere Leuchtturmprojekte aus.
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BERLIN. Es gibt nicht mehr viele Momente, bei denen ein Verkehrsminister lächelnd in die Kamera blickt und stolz ein Verkehrsprojekt auf den Weg bringt. Heute aber wird Peter Ramsauer (CSU) in Stuttgart den Baubeginn eines der größten Infrastrukturprojekte des Landes symbolisch vollziehen und weiß dabei außer den regionalen Honoratioren auch den Chef der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube, neben sich.

Statt eines Spatenstichs bauen die Prominenten heute symbolhaft einen Prellbock ab. Mehr als vier Mrd. Euro verbergen sich hinter dem Projekt „Stuttgart 21“, mit dem der Bund, das Land und die Bahn den bestehenden Bahnhof umrüsten, damit die Züge künftig hindurch- und nicht mehr rückwärts hinaus fahren müssen. Hinzu kommt noch eine Neubaustrecke.

Der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Bundestag, Winfried Hermann (Grüne), bezeichnete den Bau gestern als „verkehrspolitischen Blindflug“. Bis 2020 fehlten für Schienenprojekte mehr als 20 Mrd. Euro. „Und das ohne den Neubau des unterirdischen Bahnhofs Stuttgart 21, der mindestens vier Milliarden, eher aber sechs bis acht Milliarden Euro kosten wird.“ Wegen der Sparhaushalte würden die meisten Projekte „nicht 2020, sondern erst 2040 fertig“, warnte er.

In der Tat muss Ramsauer mit weniger Geld auskommen. Waren es zwischen 1991 und 2005 im Durchschnitt elf Mrd. Euro, die ein Verkehrsminister investieren konnte, so werden es 2012 weniger als zehn Mrd. Euro sein. Zugleich muss der Bund immer mehr Geld investieren, um bestehende Verkehrswege in Schuss zu halten.

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  • Die Regierenden machen blind weiter- mit Stuttgart 21 wird deutlich wie stark der Realitätsverlust bei bund, Land und bahn voransgeschritten ist. Die Aufhebung des Denkmalschutz des bonatzbaus (Stuttgarter Hauptbahnhof) und dessen teilweiser Abriß zeigen zudem welchen Charakter unsere Politiker haben. Der Kellerbahnhof mit gefährlichem Gefälle und mit schmalen bahnsteigen (teilweise nur 2 m breit!) Sollen einer Großstadt wie Stuttgart zu mehr glanz verhelfen. Mit Unwahrheiten werden die bürger von einem Propagandabüro für dumm verkauft. Eins ist Fakt, die Landesteile, deren Strecken nicht elektrifiziert sind, werdn Stuttgarts Kellerbahnhof nie erreichen- Dieselloks dürfen nicht in den Tunnel! Die Rheintalstrecke wird viel späater fertiggestellt und die Verknüpfung der Seehäfen findet ehe in China statt. Sinnvolle Planungen und Projekte ssind immer willkommen- aber ein solches, weil nutzloses Presigeprojekt muss gestoppt werden. Übrigens: die Entfernung des Prellbocks kann auch die Modernisierung des Kopfbahnhofes als solchen einleiten.

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