Stuttgart 21
Grube droht Grün-Rot mit Milliardenforderung

Sollte es wirklich zu einem Abbruch der Bauarbeiten kommen, würde die Bahn milliardenschwere Forderungen erheben - verkündete Bahnchef Rüdiger Grube jetzt. Er glaubt aber weiterhin an die Fertigstellung von Stuttgart 21.
  • 8

BerlinBahn-Chef Rüdiger Grube droht Grünen und SPD in Baden-Württemberg mit milliardenschweren Forderungen für den Fall eines Scheiterns des Projekts Stuttgart 21. Bei einem Ausstieg würde die Bahn rund 1,5 Milliarden Euro verlangen, machte er deutlich.

Zur Begründung sagte der Bahn-Chef der Zeitung „Bild am Sonntag“: „Wir haben mit dem Land Baden-Württemberg wasserdichte Verträge. Und wenn dort jemand meint, dass er aus dem Projekt aussteigen möchte, soll er das allen Partnern sagen, übrigens auch wohin wir die Rechnung schicken sollen. Unsere Forderungen würden sich auf rund 1,5 Milliarden Euro belaufen. Bei einem Ausstieg müssen wir uns dieses Geld wiederholen. Als Vorstandsvorsitzender einer Aktiengesellschaft bin ich schlichtweg dazu verpflichtet.“ Trotz des Regierungswechsels in Baden-Württemberg werde Stuttgart 21 „mit 100-prozentiger Sicherheit“ kommen, sagte der Manager voraus.

Grube fügte auch hinzu: „Was wäre denn die Alternative? Der Weiterbetrieb eines völlig veralteten Bahnhofs mit einer Technologie, in die seit mehr als zehn Jahren wegen des Neubauprojekts nur das Nötigste investiert worden ist? Das kann niemand wollen.“ Dem geplanten Stresstest für die Leistungsfähigkeit des Bahnprojekts sieht Grube gelassen entgegen: „Wenn wir uns nicht sicher wären, dass der Bahnhof den Test besteht, hätten wir uns auf das Thema nicht eingelassen. Wir stehen weiterhin voll zu Stuttgart 21.“

Nach der Abwahl der CDU/FDP-Koalition am 27. März hatte die Bahn verkündet, die Arbeiten bis zur Wahl des neuen Ministerpräsidenten am 12. Mai ruhen zu lassen. Der designierte Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Zukunft des Bahnhofprojekts bis nach einem Volksentscheid offengelassen, gegen das im Wahlkampf vor allem seine Partei Front gemacht hatte. Zuvor soll es einen Belastungstest für die Leistungsfähigkeit des Bahnprojekts geben.

 

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Stuttgart 21: Grube droht Grün-Rot mit Milliardenforderung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Pflicht eines Chefs ist es ersteinmal dafür zu sorgen das die Sicherheit der Fahrgäste gewährleistet wird, So gabs im Bahnsicherheitbereich zuviele Unfälle mit bösen Folgen für Fahrgäste. Runterhungern von Wartungsintervallen ist nur der Anfang wenn dann noch Achsen sich verabschieden dann gehts auch in die Verantwortung. Ja fit für die Privatisierung egal was es kostet.

  • Das ist auch die Pflicht eines Bahnchefs !
    Er hat im sinne des Unternehmens zu handeln und alle Rechtlichen Mittel auszuschöpfen die zur Verfügung stehen um diese Unternehmensinteressen zu wahren !!!
    Bei jedem anderen Unternehmen (AG) würde der Vorstandsvorsitzende sofort abgesetzt wenn er nicht nach diesen Marktwirtschaftlichen Grundsätzen handelt .

  • ob Mehdohrn/Grube die Politiker eins haben sie drauf in ihrer Gier die Steuerzahler bluten zulassen Börsengang sinnlosprojekte Atomsubvensionierung, Rettungsschirme es sollte nue denn letzten einleuchten ein system geht in die knie oder sieht noch jemand Luft so bei Landesbanken Bürgschaften für jeden.Jedes wivielte Kind lebt in Deutschland in Armut ?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%