Subprime-Krise
Koalition erwägt Regulierung von Rating-Agenturen

Die große Koalition hat die Rating-Agenturen im Visier. Als Konsequenz aus der Subprime-Krise wird darüber nachgedacht, den geltenden Verhaltenskodex der Bewerter gesetzlich zu fixieren. Schließlich hätten die Agenturen im aktuellen Fall "versagt".

HB BERLIN. Der Vorstoß zu einer Regulierung der Agenturen kam vom finanzpolitischen Sprecher der Unionsfraktion, Otto Bernhardt. Er egte am Donnerstag an, den geltenden Verhaltenskodex der Bewerter gesetzlich zu fixieren. Ansonsten könnten ihre Bonitätsprüfungen bei der Finanzaufsicht nicht mehr genutzt werden.

Der SPD-Finanzexperte Reinhard Schultz warf den Agenturen Versagen vor. Sie müssten klaren Regeln unterworfen oder öffentlich geächtet werden können. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Joachim Poß forderte, im internationalen Rahmen die Frage einer stärkeren Kontrolle der Rating-Agenturen zu diskutieren. Die Finanzmärkte sollten generell angemessen reguliert und kontrolliert werden.

Den Rating-Agenturen wird vorgeworfen, noch beste Noten vergeben zu haben, als bereits über die Risiken auf dem US-Hypothekenmarkt berichtet wurde. Die Bonitätsprüfung der Agenturen ist vor allem eine Grundlage für Kreditgeschäfte. Der Markt für zweitklassige Baufinanzierungen war in den USA wegen fallender Häuserpreise und gestiegener Zinsen zusammengebrochen.

„Eine Welt ohne Ratings ist nicht mehr vorstellbar“, räumte Bernhardt im Reuters-Interview ein: „Zu abhängig sind Banken, private Investoren und eben auch die Aufsichtsbehörden von den Meinungen der Bewerter.“ Ihnen unterliefen aber Fehler: „Und dieses Risiko der Fehleinschätzungen gehen wir ein, obwohl wir die Entscheidungen von Rating-Agenturen aufsichtsrechtlich nutzen.“ So bildeten im Versicherungsaufsichtsrecht Ratings seit Jahren eine Grundlage zur Bewertung von Vermögensanlagen.

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