Subunternehmer werden von Umsatzsteuer entlastet
Baubranche fürchtet neue Steuerregel

In der Baubranche wächst die Unsicherheit darüber, wie ab dem 1. April korrekte Rechnungen aussehen müssen. Ursache dafür ist eine neue Umsatzsteuerregel, die nur für Bauunternehmen gilt: Sie legt fest, dass Subunternehmer gegenüber großen Baufirmen keine Umsatzsteuer mehr berechnen müssen und so von der Vorauszahlung an den Staat entlastet werden.

dri BERLIN. Sie sollen ihrem Auftraggeber, sofern dies eine Baufirma ist, lediglich eine Nettorechnung ausstellen. Die Umsatzsteuer muss dann die auftraggebende Baufirma abführen.

Die neue Regel wurde im Dezember im Vermittlungsausschuss als Teil des Haushaltsbegleitgesetzes beschlossen – auf ausdrücklichen Wunsch des Handwerks. Das leidet besonders stark darunter, Umsatzsteuern an den Fiskus abführen zu müssen, lange bevor die entsprechende Rechnung bezahlt ist. Kleine Handwerker bringt dies nach Aussage des Zentralverbandes des deutschen Handwerks (ZDH) häufig an den Rand der Pleite.

Jetzt allerdings sehen sich paradoxer Weise besonders die Bauhandwerker von der Änderung unter Druck gesetzt, weil bis heute – eine Woche vor in Kraft treten – nicht klar ist, wie genau das Gesetz umgesetzt wird. Ursache ist das Mitspracherecht der EU: Der EU-Ministerrat muss vor Inkrafttreten des neuen Paragrafen 13b Umsatzsteuergesetz eine Ermächtigung im Amtsblatt EU Reihe L veröffentlichen. Das klingt bürokratisch und ist nach Einschätzung des Bundesfinanzministeriums und des ZDH reine Formsache. Da die Veröffentlichung aber erst am 30. März erfolgen wird, dringen nun der ZDH und auch der Deutsche Steuerberaterverband auf klare Übergangsregeln bei Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD).

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