Subventionen
Hohe Produktion von Solarstrom reizt Kritiker

Die Produktion von Solarstrom ist in diesem Jahr unerwartet stark angestiegen. Politiker der Koalitionsfraktionen fordern deshalb, die Förderung für diesen Strom deutlich zu beschränken.
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BerlinMit dem unerwartet hohen Anstieg der Solarstromproduktion um 60 Prozent in diesem Jahr wächst der Druck auf Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), die Förderung zu begrenzen. Politiker der Koalitionsfraktionen fordern deutliche Einschnitte. „Der Anstieg bei der Solarstromproduktion verdeutlicht, dass die Entwicklung völlig aus dem Ruder läuft. Ich erwarte von der Regierung, dass sie ihre Zusage zur Begrenzung des Kostenanstiegs einhält“, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), dem Handelsblatt. Noch im ersten Quartal des kommenden Jahres müssten die Weichen dafür gestellt werden. „Dabei darf es keine Tabus geben“, sagte der CDU-Politiker. 

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) hatte am Donnerstag bekanntgegeben, die Solaranlagen in Deutschland hätten 2011 mit einer Stromproduktion von 18 Milliarden Kilowattstunden einen neuen Rekord erzielt. Laut BSW entspricht der Wert einer Steigerung von 60 Prozent gegenüber 2010.

Der Anstieg der Solarstromproduktion werde „Bürger und Unternehmer viel Geld kosten“, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs (CDU) dem Handelsblatt. Zudem würden damit Jobs „in China und Malaysia gesichert, nicht aber in Deutschland“. Der Photovoltaik-Zubau müsse auf 500 Megawatt (MW) installierter Leistung pro Jahr begrenzt werden, sagte Fuchs. In diesem Jahr wurden voraussichtlich Anlagen mit 6000 MW installiert. Fuchs kritisierte, der Beitrag der Photovoltaik sei trotz der Milliardenförderung mit drei Prozent Anteil an der Stromproduktion „irrelevant“.

Der energiepolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Klaus Breil, forderte, „einen nachhaltigen Mechanismus zu entwickeln, um einen weiteren Kostenanstieg für die Verbraucher zu verhindern“. Niemand dürfe sich der Illusion hingeben, die Förderung könne in dieser Form ungebremst weitergehen, sagte er dem Handelsblatt.

 

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Puh, Inkompetenz in Reinkultur kann man da nur sagen!

    1. Werden sehr wohl durch die Photovoltaik Arbeitsplätze in Deutschland gesichert (über 100.000)!
    2. Sind 3% Stromerzeugung nicht irrelevant (entspricht dem Handelsüberschuss 2010)!
    3. Sorgen 6.000 MW neue PV-Anlagen nur für einen (einmaligen) Strompreisanstieg von ca. 0,2 Cent/ kWh!

    Wenn die Herren keinen weiteren Kostenanstieg bei den kleinen Verbrauchern wünschen, sollten sie einfach nicht immer weiter Kosten von den Groß- auf die Kleinverbraucher verschieben!

    Beispiel: Die (durchschnittliche) EEG-Vergütung für alle Windkraftanlagen wird im nächsten Jahr ca. 8,6 Cent/ kWh betragen. Diejenigen, die den Windstrom vertragstechnisch beziehen (i.d.R. Kleinverbraucher), müssen nun allerdings für jede kWh Windstrom nicht 8,6 sondern ca. 12 Cent/ kWh bezahlen! Und zwar deshalb, weil der Strom nicht dem Endkunden in Rechnung gestellt, sondern vorher über die Strombörse durch Dritte für nur ca. 5 Cent / kWh erworben werden kann. Die Differenz von 3,6 Cent/ kWh muss natürlich anschließend noch von den anderen "normalen" Kunden zusätzlich mitbezahlt werden. Die 3,6 Cent werden auf den "normalen" Preis für die Stromerzeugung und Vertrieb (lt. BDEW ca. 8,4 Cent/ kWh) aufgeschlagen, so dass letztendlich ca. 12 Cent/ kWh an Kosten für den bezogenen Windstrom beim Endverbraucher ankommen. Wohlgemerkt nur deshalb, weil der Strom vorher unter Wert an Dritte verkauft wurde!

    Würde man sich diesen teuren Umweg über die Strombörse "ersparen", und stattdessen die Höhe der Einspeisevergütung direkt dem Endkunden in Rechnung stellen, so könnte der Strompreis (dauerhaft)für alle Kleinverbraucher um ca. einen Cent gesenkt werden!

  • sorry,

    aber die herren haben echt keine ahnung:

    1. sind 3% nicht irrelvant, wenn man sich anschaut, wo man war vor zehn jahren und wo man sein wird in zehn jahren

    2. gibt es den mechanismus zur reduzierung der kosten bereits, nämlich in der degression UND dem auslaufen nach 20 jahren

    also, entweder dämlich oder lobbyarbeit, was da berieben wird.

  • sorry,

    aber die herren haben echt keine ahnung:

    1. sind 3% nicht irrelvant, wenn man sich anschaut, wo man war vor zehn jahren und wo man sein wird in zehn jahren

    2. gibt es den mechanismus zur reduzierung der kosten bereits, nämlich in der degression UND dem auslaufen nach 20 jahren

    also, entweder dämlich oder lobbyarbeit, was da berieben wird.

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