Subventionspolitik
Brüderle verweigert Staatshilfen für Elektroautos

Wirtschaftsminister Brüderle lehnt Staatshilfen für den Kauf von Elektroautos ab. Doch genau von solchen Prämien macht zum Beispiel der japanische Autobauer Nissan die Markteinführung seiner Modelle abhängig. Andere Länder sind großzügiger und locken die Autohersteller mit üppigen Subventionen.
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HB/fbr/tia BERLIN/DÜSSELDORF. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hat sich gegen staatliche Prämien für Elektroautos ausgesprochen. Diese Fahrzeuge müssten sich am Markt durchsetzen, sagte Brüderle in Berlin auf einer internationalen Tagung zur Elektromobilität. Deutschland habe bewusst auf Kaufanreize verzichtet, die den Wettbewerb verzerren würden. Frankreich zum Beispiel zahlt 5.000 Euro Prämie für den Kauf eines Elektroautos. Insbesondere Renault will 2011 mehrere Modelle anbieten.

Der Leiter der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Henning Kagermann, sagte, er sei „nicht sehr glücklich“, dass andere Länder Prämien zahlten. Für alle Länder und Hersteller müssten die gleichen Bedingungen herrschen. Er hoffe, dass sich ein Wettrennen in Richtung auf Subventionen noch verhindern lasse, sagte der frühere Chef der Softwarefirma SAP. Für den 25. November kündigte er den ersten Zwischenbericht der NPE an.

Tatsächlich wird der Kauf von Elektroautos in Großbritannien, Irland und Portugal zum Beispiel mit mehreren tausend Euro staatlich vergünstigt - sei es durch Steuerbefreiungen oder direkte Zuschüsse. Von diesen machen Autohersteller inzwischen auch abhängig, ob sie ein Elektroauto überhaupt auf den Markt bringen wollen oder nicht.

"Wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen nicht gegeben sind, es etwa keine Nachfrage oder keine staatliche Unterstützung gibt, werden wir den Leaf in einem solchen Markt nicht an den Start bringen", sagt Simon Thomas, Vertriebschef von Nissan in Europa zu Handelsblatt Online. Nissan will noch in diesem Jahr mit dem Leaf das erste massentaugliche Elektroauto verkaufen – aber nur dort, wo es auch Staatshilfen gibt.

"Ohne öffentliche Subventionen wird man keine Elektroautos im großen Stil auf die Straße bekommen", sagt Nissan-Manager Thomas. Das Schicksal des Elektroautos hänge in der Breite vom Verkaufspreis ab, gerade bei einem Kompaktwagen wie dem Leaf, der für eine breite Kundschaft entwickelt worden sei.

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  • ich denke eher, dass dies der beginn eines strategischen Rückzugsgefechtes ist, an dem selbsterständlich üppige Subventionen für Elektromobilität stehen werden. Allerdings erst, wenn Produkte von deutschen Anbietern verfügbar sind, also 2012 oder 13... Honi soit qui... Das erste wirklich verfügbare serienproduzierte Elektroauto in Deutschland wird übrigens noch in diesem Jahr der Mitsubishi MiEV sein, und auch seine bei Mitsubishi gebauten Geschwister für die PSA Gruppe werden wohl vor dem Nissan Leaf verfügbar sein. Man munkelt von Leasingraten zwischen 400 und 500 Euro pro Monat - ohne Subventionen ;-)

  • Schade. Die bundesregierung würgt die begeisterung ab und erklärt dem bürger, dass er nicht urteilsfähig ist: Glaub nicht, dass Du an einer einfachen Steckdose aufladen kannst; Denke nicht, dass französische und japanische E-Fahrzeuge sicher sind; Glaube nicht, dass du einen Kfz-betrieb findest, der dein Fahrzeug wartet; Du bist noch nicht bereit, die Mehrkosten zu tragen. Dem Pendler, den der Stopp an der Tankstelle anwidert, versagt er so die Lösung. ist das freie Marktwirtschaft?

  • Na endlich mal ein Geistesblitz !!!
    Wir Steuerzahler (denn damit wird ja finaziert, unsre Steuergelder) sollen den Autokonzernen die Gewinne erwirtschaften, na wo gibst denn so was?

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