Suche nach Fachkräften: Forscher korrigieren Prognosen zu Arbeitskräftepotenzial

Suche nach Fachkräften
Forscher korrigieren Prognosen zu Arbeitskräftepotenzial

Die demografische Entwicklung in Deutschland führt zu Fachkräftemangel, zu wenige junge, arbeitshungrige Menschen kommen nach – so lautet das übliche Szenario. Nun zeigt eine Studie: Viele Sorgen sind wohl übertrieben.
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BerlinDas Arbeitskräfteangebot in Deutschland wird trotz des demografischen Wandels nach einer neuen Studie nicht so stark schrumpfen wie bisher angenommen. Die Zahl der Erwerbspersonen werde bis zum Jahr 2030 voraussichtlich um zwei Millionen sinken, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums. Dass der Rückgang nicht größer ausfalle, liege auch an einer inzwischen höher veranschlagten Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Die Forscher gehen dabei von einer Nettozuwanderung von jährlich 200.000 Menschen ab dem Jahr 2020 aus. Kämen jedes Jahr unter dem Strich 300.000 Zuwanderer, würde demnach das Angebot an Arbeitskräften nur um rund 900.000 zurückgehen.

Die Arbeitsmarktprognose für 2030 sei besser als noch 2012 angenommen, erklärte Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Ein Grund dafür sei auch, dass Deutschland inzwischen das zweitbeliebteste Einwanderungsland der Welt sei. Einwanderung allein reiche aber nicht, den Fachkräftebedarf zu decken. Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) rief die Unternehmen auf, Frauen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Infografik

Zu- und Abwanderung in Europa

pro Tausend Einwohner im Jahr 2011

(mit der Maus über die Grafik fahren)


Dramatisch deutlich werden die Auswirkungen des demografischen Wandels in der Perspektive bis 2050. "Unter den heutigen Bedingungen wird die Zahl der Erwerbspersonen bis 2050 um acht Millionen zurückgehen", heißt es in der Kurzfassung der Studie. Damit verlöre Deutschland bis 2050 ein Fünftel des heutigen Arbeitskräfteangebots.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Suche nach Fachkräften: Forscher korrigieren Prognosen zu Arbeitskräftepotenzial"

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  • 2 Beispiele und Ergebnisse der Gastarbeiter - Politik.
    Die heimische Steinkohle war international noch nie konkurrenzfähig. Trotzdem wird sie noch abgebaut. Finanziert durch abgepresstes Steuergeld. Mittlerweile werden die Schäden dieses Kohleabbaus immer virulenter und sichtbarer. Der Boden öffnet sich; Häuser stürzen ein, Autobahnen brechen ein, der Schienenverkehr ist ebenfalls immer wieder gefährdet. darüberhinaus sinkt das Land an Rhein, der nun auch noch durch Dämme vom Siedlungsgebiet ferngehalten werden muss. Das alles wird uns zur Last gelegt. Und wer arbeitet unter Tage in der Kohle? Richtig - sehr viele Gastarbeiter. Warum eigentlich? Wir subventionieren seit Jahrzehnten Arbeitsplätze für Gastarbeiter. Sind wir denn total meschugge? Was für Primaten sitzen eigentlich bei uns an den Hebeln der Macht?
    2. Beispiel: In den medizinischen Fachbereichen herrscht seit ewigen Zeiten der Numerus clausus. Nicht einmal mit einem Abischnitt von 1.1 ist einem Deutschen die medizinische Ausbildung gewiss. Warum.? Es ist politischer Wunsch einen bestimmten Prozentsatz dieser Studienplätze für Ausländer vorzuhalten. Diese Ausländer nehmen unseren deutschen Studenten die Plätze weg. Aber nach dem Studium bleiben sie hier und erhöhen die Zahl der Ärzte und damit auch den Druck auf die Finanzen im Gesundheitssystem. Wir schicken dann deutsche Ärzte in diese Länder um ein Minimum an med. Versorgung in jenen Länder zu ermöglichen.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • „....zu wenige junge, arbeitshungrige Menschen kommen nach...“

    Woran mag das wohl liegen? Mein Sohn hat im letzten Jahr seine Gesellenprüfung mit Auszeichnung bestanden und sich in seiner Branche beworben. Absagen über Absagen, gelegentlich ein Gespräch mit Gejammere des Meisters, wie schlecht es doch der Branche geht, ein Bewerbungsgespräch bei einer sehr großen Fachfirma, die sogar 700,-€ Brutto mtl. Bot. Die Frage meines Sohnes, wovon er denn leben sollte, wurde von den „Personalern“ nicht beantwortet. Er hat sich dann in Mitteldeutschland beworben, wurde zu einem Gespräch geladen, gefragt, wann er denn anfangen könnte. Antwort: „Jetzt“. Er bekam über die Firma eine Wohnung, ein gutes Gehalt, hat sehr viel Arbeit und ist zufrieden.
    Fachkräftemangel haben wir in D nicht. Wir haben in den meisten großen Firmen zu viele Häuptlinge und zu wenige Indianer, weil die Häuptlinge die Kosten für die Ausbildung der Indianer scheuen und sollten sich die Häuptlinge tatsächlich dazu durchringen und einen Indianer ausbilden, so möchten sie ihn nachher mit einem Butterbrot abspeisen. Die „Fachkräfte“, die aus dem Orient und Afrika zu uns strömen, sind in unserer technisierten Welt nicht zu gebrauchen, bestenfalls für Hilfsarbeiten, nur dazu könnten dann auch unsere Arbeitslosen dienen. Dieser „Zuwanderung“ bedarf es nicht.

    „Nun zeigt eine Studie: Viele Sorgen sind wohl übertrieben.“

    Weshalb ist das HB nicht in der Lage dazu einen eigenen Artikel, vielleicht als Reportage zu verfassen und übernimmt hier eine Agenturmeldung von Reuters?

  • Zu wenig Arbeitskräfte? Haben die Manager nicht das Ziel, wie bei Siemens mitbekommen??

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