Südafghanistan
Jung erteilt Kampfeinsatz klare Absage

Verteidigungsminister Franz Josef Jung hat Forderungen nach dem Einsatz deutscher Kampftruppen im Süden Afghanistans erneut eine klare Absage erteilt. „Wenn alle so viel leisten würden wie wir, hätten wir diese Diskussion überhaupt nicht“, sagte Jung unmittelbar vor Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz am Abend der ARD.

HB MÜNCHEN. Der Norden Afghanistans sei halb so groß wie Deutschland und werde von rund 4000 Soldaten gesichert. Im umkämpften Süden und Osten des Landes dagegen seien bereits heute 37.000 Soldaten im Einsatz.

Es müsse aber das gesamte Land in der Entwicklung vorangebracht werden, betonte Jung. Die Bundeswehr werde daher zwar in Notfällen auch im Süden aushelfen, sich aber ansonsten weiter auf den ruhigeren Norden konzentrieren. Jung hatte zuletzt die Entsendung eines Kampfverbandes für den Norden sowie die Bereitstellung weiterer Transportflugzeuge angekündigt.

Im Nato-internen Streit über die Lastenverteilung am Hindukusch war vor allem Deutschland stark unter Druck geraten. US-Verteidigungsminister Robert Gates beklagte eine Zweiklassengesellschaft in der Allianz, in der einige Verbündete allein den Blutzoll zu zahlen hätten. Beim Nato-Treffen in Vilnius entschärfte Frankreich die Debatte allerdings, indem es die Bereitschaft signalisierte, rund 700 Soldaten aus Kabul in den Süden zu verlegen. Kanada, das gemeinsam mit den USA, Großbritannien und den Niederlanden die Hauptlast der Kämpfe trägt, hatte für 2009 mit dem Abzug seiner 2500 Soldaten gedroht, falls die Nato nicht wenigstens 1000 Soldaten zur Entlastung schickt.

An der dreitägigen Münchner Sicherheitskonferenz nehmen auch Gates und Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer teil.

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