Superwahljahr 2016

Ökonomen warnen vor neuen AfD-Wahlerfolgen

Die AfD hat gute Chancen, im nächsten Jahr in westdeutschen Flächenländern den Sprung in Landtage zu schaffen. Bundesweit steht die Partei bei zehn Prozent. Ökonomen fürchten Nachteile für den Standort Deutschland.
129 Kommentare

Vorsicht: AfD schadet der Wirtschaft und der Integration!

BerlinDie rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) könnte im kommenden Jahr in weitere Landesparlamente einziehen. Umfragen sehen die Partei deutschlandweit bei zehn Prozent. Im März sind Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt - für die Partei die Chance, erstmals in westdeutschen Flächenländern Landtage zu erobern. Die Aussichten sind gut. Demoskopen sagen für die Partei in den betreffenden Ländern zwischen sieben und 13,5 Prozent voraus. Im Herbst könnten weitere Wahlerfolge in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin folgen.

Ökonomen sehen den Zulauf zur AfD und die mögliche weitere Ausdehnung der Partei mit Sorge. „Sollten Regionen in den Ruf kommen, eine Hochburg der Rechtspopulisten zu sein, könnte es diesen Regionen schwerer fallen, Wissenschaftler, Innovationen und Investitionen anzulocken und hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, dem Handelsblatt.

Ähnlich äußerte sich der Chefökonom der DZ Bank, Stefan Bielmeier. „Solange Parteien wie die AfD nur eine geringe Bedeutung in den Parlamenten spielen, hätte dies zunächst keine Bedeutung für den Standort Deutschland. Wenn diese Parteien jedoch einen anhaltenden Zulauf hätten, könnte dies die Attraktivität Deutschlands als Investitionsstandort mindern“, sagte Bielmeier dem Handelsblatt.

Der europäische Integrationsprozess würde dann aber zunehmend schwerer werden, fürchtet Bielmeier. Er gab zu bedenken, dass in vielen anderen Ländern der EU und im Euro-Raum Parteien ins Parlament oder sogar in Regierungsverantwortung kämen, „die nicht mehr uneingeschränkt die europäische Integration unterstützen“.

Vielmehr versuche man für die einzelnen Länder eine Sonderregelung zu finden. Diese gehe jedoch oft zu Lasten der wirtschaftlich stärkeren Länder. „Auf Dauer ist der Integrationsprozess so kaum aufrechtzuerhalten“, warnte der Ökonom und fügte hinzu: „Wenn der Trend anhält, könnte man in den nächsten Jahren im europäische Parlament einen großen Block an EU-feindlichen Parteien finden, was die Absurdität der Situation verdeutlichen würde.“

Was der AfD derzeit besonders nützt, ist der Umstand, dass die Partei auf dem Feld, das sie bespielt, kaum Konkurrenten hat. „Die AfD schwimmt auf einer Woge von Skepsis, die Merkels Flüchtlingspolitik ausgelöst hat, deshalb ist es im Moment eher wahrscheinlich, dass sie 2017 in den Bundestag einziehen wird“, sagte der Berliner Politikwissenschaftler Nils Diederich.

„Breiter AfD-Erfolg hätte verheerende politische Symbolwirkung“
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Superwahljahr 2016 - Ökonomen warnen vor neuen AfD-Wahlerfolgen

129 Kommentare zu "Superwahljahr 2016: Ökonomen warnen vor neuen AfD-Wahlerfolgen"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Herr Deli,
    da haben Sie leider Unrecht.
    Es ging den Menschen materiell nicht besser.

    Die AFD möchte einen Keil in die Gesellschaft treiben und sie spalten. Grenzen wie zu Zeiten des Kalten Krieges ziehen. Deutschland isolieren, wie der Grenzzaun um die DDR gezogen war. Den Bruderkuss mit Russland wieder einführen.... das sind einige Intentionen, wenn man hier so die Kommentare liest.

  • Und in 35 Jahren wird es wieder Dinge geben, die nicht in Ordnung sind und vor denen die Menschen Angst haben. Ob mit oder ohne AfD. Eine Gesellschaft ist immer im Wandel. Es gibt Menschen, die sind in der Lage sich schneller an den Wandel anzupassen als andere. Die Geschichte lehrt, dass diese meist die "Gewinner" - nicht unbedingt im materiellen Sinn - waren. Jetzt könnte man denken, die AfD will einen Wandel. Ja, einen Wandel unserer demokratischen Werte á la Polen oder Ungarn, denen ja so viele hier zujubeln. Schnell die Ämter mit Marionetten besetzen, Gesetze im Eilverfahren ändern... Demokratie adé...

  • nicht glauben, wissen!

  • Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion.

  • ...Schäfchen unter Wölfen!

  • Danke - komme mir vor wie das Schäfchen und Wölfen!

    mf

  • Vielleicht kommt die AfD irgendwann einmal in die Verlegenheit, irgendwo Regierungsverantwortung zu übernehmen. Aber brauchen wir die AfD denn überhaupt, um Deutschland, die EU und den Euro zu ruinieren?
    Um es kurz zu machen, werfe ich einfach einmal ein paar Schlagworte in den Raum, mit denen Interessierte sicher etwas anfangen können.
    Was die Finanzen anbetrifft: QE, Target2, ELA, ANFA und über allem: Alternativlos!
    Allein der aktuelle Target2saldo beläuft sich derzeit auf 592- Mrd. Euro an Forderungen der Bundesbank ggü. dem Eurosystem.
    Alle Kürzel zusammengenommen, können einem das Wasser in die Augen treiben.

    Was den Gesamtzustand der EU anbetrifft:
    Griechenland, Portugal, Dänemark, Polen, Italien, Frankreich mit Terror und FN, Spanien, Flüchtlingskrise, Mittel/Osteuropa, Eurokrise, EZB, Target2 etc. pp. blabla.
    Manche Begriffe müsste wegen ihrer Tragweite mehrfach genannt werden dürfen.
    Jeder einzelne Begriff stellt eine ernste Belastungsprobe für die EU, die Wirtschaft und die Finanzen dar. Aber alles zusammengenommen?? Es knirscht gewaltig im Gebälk und ich persönlich glaube nicht, dass es noch lange braucht, bis eine kritische Masse überschritten wird.

    So und jetzt kommen wir zurück zur AfD. Ist die wirklich in der Lage, den Schaden noch zu verschlimmern oder wird sie die Kraft werden müssen, die den Scherbenhaufen aufklaren muss?
    Eine andere sehe ich da nämlich nicht!

  • Herr Stein

    nichts davon wird wahr werden.
    Fahren Sie mal in die Türkei etc.
    Laufen da alle Frauen verschleiert herum?

    Wovor haben Sie tatsächlich Angst?

    Leider ist das Schüren von Ängsten und Ressentiments alles andere als lustig!

  • Ich höre immer ÖKONOMEM....!?!

    Mir reicht die "freie Marktwirtschaft". Was will ich da mit Ökonomen, die kosten Geld, labern Unverständliches und sind tatsächlich überflüssig wie ein Kropf!

  • Ihre Postings verfolge ich seit geraumer Zeit mit wachsender Belustigung.
    Die Belustigung findet ihren Gipfel darin, das Sie einem Menschenzustrom befürworten, welcher Sie in absehbarer Zeit in die Grenzen weisen wird.

    "Frauen gehören verhüllt, sind geringwertig und sind dem Manne untertan" gemäss nachweisbarer Überzeugung der Muslime.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%