Sven Lau
Der Scharia-Polizist

Die Polizei ermittelt gegen die Mitglieder der „Scharia-Polizei“. Anführer der Wuppertaler Gruppe ist der deutsche Konvertit Sven Lau, ein ehemaliger Feuerwehrmann. Wer ist der Islamist, der so viel Wirbel verursacht?
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DüsseldorfSie laufen mit orangefarbenen Westen durch die Wuppertaler Innenstadt und versprechen die ewige Glückseligkeit im Paradies. In der vergangenen Woche sorgte die sogenannte „Scharia Polizei“ bundesweit für Aufregung. Eine Gruppe junger Männer lief nachts durch die Stadt und versuchte junge Muslime davon abzuhalten, in Diskos und Spielhallen zu gehen. „Wir suchen nach unseren verloren gegangenen Geschwistern“, sagte der Anführer der Gruppe zu einem jungen Moslem.

Der Wortführer der Gruppe nennt sich Abu Adam. Mit bürgerlichen Namen heißt er Sven Lau. Der deutsche Konvertit wurde 1980 in Mönchengladbach geboren und ist seit 1998 Moslem. In der Nacht zum Donnerstag verteilte er mit Freunden Visitenkarten der im Mai gegründeten „Darul Arqam Moschee“.  

Mit der PR-Aktion trat Lau am Wochenende eine Welle der Empörung los. Von der Wuppertaler Polizeipräsidentin bis zum bayerischen Innenminister Joachim Herrmann empören sich Behördenschefs und Politiker und erinneren daran, dass ausschließlich der Staat das Gewaltmonopol besitze. Herrmann fordert in der „Bild“-Zeitung sogar einen Sondergipfel der Innenminister von Bund und Ländern, weil es „schlichtweg abartig und dreist“ sei, was da passiere. „Das ist ein direkter Angriff der Salafisten auf unseren Rechtsstaat und eine Kriegserklärung, die wir nicht tolerieren dürfen“, sagt der Bayer.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) fordert ebenfalls eine härtere Gangart gegenüber Salafisten. „In Deutschland gilt das Grundgesetz und nicht die Scharia und wir werden dafür sorgen, dass es eingehalten wird.“ Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) stellt ebenfalls klar: „Eine illegale Paralleljustiz werden wir nicht dulden.“

Auch der Wuppertaler Moscheenverein und mehrere Islamverbände distanzieren sich von der „Scharia-Polizei“. „Diese Leute betreiben eine Zweckentfremdung unserer Religion. Sie schaden mit dieser schrillen und völlig unsinnigen Aktion den Muslimen ungemein“, sagt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek.

Die Polizei leitete Ermittlungen gegen die jungen Männer wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein. Die Wuppertaler Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher erklärte: „Ein Auftreten, das einschüchtert, verunsichert oder provoziert, wird nicht geduldet.“ Es gebe keinerlei Legitimation für diese Truppe.

Für Lau und seine Freunde ist die „Scharia-Polizei“ trotz – oder gerade wegen – der Kritik ein voller Erfolg. „Ja, die Moschee war zuletzt etwas weniger gut besucht“, schreibt Lau per Mail auf Anfrage von Handelsblatt Online in hastigen Sätzen. „Doch jetzt herrscht großer Andrang“. In einem Video, das er auf seiner Webseite verlinkt hat, ergänzt Lau: „Wir wollten Aufmerksamkeit“.

Kommentare zu " Sven Lau: Der Scharia-Polizist"

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  • Mir ist ehrlich gesagt sch... egal wer für ihn zahlt - ich glaube jeder wies auch mit Blick auf die offiziellen Statistiken wer ein Großteil der Leistungsempfänger sind - nicht Deutsche, so verstehe ich dies.
    Wie auch immer, diese Typen (Islamisten und auch andere Kriminelle) sollten freundlich von der Polizei ermahnt werden und wenn dann nicht sofort Folge geleistet wird sollte Gewaltanwendung, Haft, etc. vorgenommen werden ... am Besten soweit möglich auch gleich Ausweisung (bei diesen komischen Vögeln ja leider nicht möglich)

  • Xenophobie bedeutet Hass und Feindschaft gegenüber allem Fremden.
    Wer meint, wenn er viele Fremdwörter benutzt ist er intelligent, der irrt gewaltig.
    Ich musste nicht einmal Googlen.
    Bitte nicht Persönlich werden.

  • @ Marcel Europaeer

    "... damit sich ihre Gedanken wieder auf dem Niveau normaler Bürger einpendelt."

    "Normaler Bürger" heißt bei Ihnen wohl: grüner Gutmensch?

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