Syrische Flüchtlinge
Erfolgreiches „Behördenjogging“ mit Asylsuchenden

Eine syrische Flüchtlingsfamilie lebt seit vier Jahren in einem Dorf in Bayern. Die Migranten sind zufrieden, die Integration gelang bisher gut – dank der vielen Helfer. Deren Engagement hat freilich auch Nachteile.

MangoldingWalid Al Ali ist glücklich mit dem Dorfleben in der Oberpfalz. Nach einer dramatischen und lebensgefährlichen Flucht aus Damaskus mit seiner Frau und vier Kindern fühlt er sich „richtig angekommen“ in Deutschland. „Wir lernen alle Deutsch und die Kinder gehen in die Schule oder in den Kindergarten. Sie werden eine gute Ausbildung bekommen“, freut sich der 38-Jährige. Seit Dezember wohnt die Familie in Mangolding in der Nähe von Regensburg in Bayern. In die Dorfgemeinschaft mit gut 340 Menschen ist er integriert, vor allem dank der Helfer, die die Familie unterstützen.

In dem Dorf hatte sich nach der Ankunft der Al Alis schnell ein Helferkreis mit formiert. Der Pfarrer besorgte einen Internetanschluss und drei Frauen helfen der Familie bei Behördengängen, der Suche nach einem Kindergarten oder holen sie mit dem Auto ab, um sie zum Arzt oder zum Sport zu fahren.

„Ich bin seit 17 Jahren bei Amnesty International aktiv. Mir sind Menschenrechte extrem wichtig und hier kann ich den Menschen direkt helfen“, sagt Brigitte Karczmarek. Stundenlang brütet sie mit Walid über Schreiben der Ämter, Krankenkassen und Jobcenter. Anfangs waren die Helfer täglich unterwegs. „Behördenjogging“ nennen sie es scherzhaft.

„Ohne uns würden Flüchtlinge und auch die Behörden untergehen“, sagt Matthias Großkopf. In seinem Ort werden drei weitere syrische Familien betreut. Die Helfer sind überzeugt, dass durch ihren Einsatz auch die Papiere der Flüchtlinge weniger Lücken aufweisen. Walid und seine Familie haben es dank der Helfer schnell geschafft alle Papiere zusammenzubekommen. Stolz zeigt Walid seinen Ausweis: Er ist anerkannter Asylbewerber mit einem Aufenthaltstitel für drei Jahre.

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„Unwissenheit, Angst und Unsicherheit“

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