Systeme sehr unterschiedlich: Mautsystem-Anbieter stehen schon Schlange

Systeme sehr unterschiedlich
Mautsystem-Anbieter stehen schon Schlange

Kaum hat Verkehrsminister Manfred Stolpe die Kündigung der Toll-Collect-Verträge bekanntgegeben, stehen bereits die Konkurrenten aus Österreich, Italien und der Schweiz auf der Matte. Sie versprechen einen Systemstart innerhalb von maximal 18 Monaten.

HB BERLIN. Am vehementesten wirft sich die Schweizer Elektronik-Firma Fela in die Kurve: „Sollten wir in der deutschen Maut nicht zum Zuge kommen, werden wir unsere berechtigten Interessen auch über juristische Wege verfolgen“, kündigte Fela-Sprecher Peter Kirchmeier an und begründete dies damit, dass die ursprüngliche Ausschreibung von dem späteren Vertrag mit Toll Collect abweiche. In der Ausschreibung sei von Schadenersatz in Höhe von 7,5 Mill. € pro Tag die Rede gewesen, wenn das System nicht funktioniere. Die vertraglich vereinbarten Summen sind erheblich niedriger.

Kirchmeier sagte weiter, sein Unternehmen sei bereit, Toll Collect als Partner zu unterstützen und garantiere den Start eines satellitengestützten Systems nach spätestens 18 Monaten. „Auch für uns wäre eine kleine Lösung, die ohne Neuausschreibung funktionieren würde, natürlich die bessere und schnellere.“ An einer neuerlichen Ausschreibung würde sich Fela aber auch beteiligen, sagte Kirchmeier.

Anfang Februar hatte das Verkehrsministerium den Eingang von Alternativangeboten bestätigt und die Vorlagen von Fela und dem italienischen Mautbetreiber Autostrade als die herausragendsten bezeichnet. Fela hat für die Schweiz ein Mautsystem entwickelt und sich um den deutschen Auftrag bei der ursprünglichen Ausschreibung beworben. Das Ministerium hatte das Angebot damals mit der Begründung abgelehnt, der Firma fehle Finanzkraft. Die neue Offerte hat Fela gemeinsam mit dem französischen Unternehmen Thales unterbreitet.

Kirchmeier bewertete die angekündigte Kündigung des Vertrags positiv. Die Bundesregierung habe das Heft des Handelns wieder in die Hand genommen. „Es ist zumindest ein Zeichen, dass die Vernunft in Deutschland gesiegt hat.“ Toll Collect sei auf die Interessen der Bundesregierung nicht ausreichend eingegangen. „Wir gehen davon aus, dass Toll Collect die im Vertrag vereinbarten zwei Monate Nachbesserungszeit intensiv nutzen wird.“ Mit Blick auf die Konsortialfirmen Daimler-Chrysler und Deutsche Telekom sagte er: „Es sind Unternehmen dahinter, die einen Ruf zu verlieren haben.“

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