Tag der deutschen Einheit
Lammert mahnt europäische Integration an

Am Einheitstag zeigt sich Bundestagspräsident Norbert Lammert als überzeugter Europäer. Der Kontinent müsse weiter zusammenwachsen. Nur so hätten die einzelnen Länder eine Perspektive.
  • 26

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat eindringlich zur Weiterentwicklung der Europäischen Union aufgerufen. Wenn der Integrationsprozess Europas nicht weiter vorankomme, weil die Staaten der Mut verlasse, "dann hätte Europa seine Zukunft hinter sich", warnte Lammert am Mittwoch in der zentralen Festansprache zum Tag der deutschen Einheit in München. Die "Erfolgsgeschichte" des deutschen Zusammenwachsens und das "zusammen Wachsen" seien eine Botschaft für Europa.

Man dürfe nicht zulassen, dass der Integrationsprozess in der Euro-Krise unter die Räder komme, sagte Lammert. Denn die Folge "wäre die mutlose und zugleich übermütige Wiederherstellung eines Zustandes, den dieser Kontinent mit dem Beginn des Baus der Gemeinschaft hinter sich lassen wollte: Die Rivalität von Nationalstaaten, deren Ehrgeiz größer war als ihre Möglichkeiten." Gebraucht werde ein Europa, dessen Ehrgeiz über den seiner Mitgliedsstaaten hinausreiche und das unerschütterlich für die eigenen Werte eintrete.

Europa sei mehr als Bürokratie, Richtlinien, Verträge und auch mehr als der Euro, sagte der CDU-Politiker. Zum Teil sehe es so aus, als gehe es nur um Geld und die Lösung finanzieller Probleme. Dies werde der Idee der Europäischen Gemeinschaft jedoch nicht gerecht. "Im Kampf um die Solidität der Finanzen darf die Solidarität nicht unter die Räder kommen", sagte Lammert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Tag der deutschen Einheit: Lammert mahnt europäische Integration an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Lammert war ja noch harmlos. Westerwelle warnt laut "Welt"-Artikel vor einer "Renationalisierung" und deutschem "Fundamentalismus".
    Muss ich mich bei politischer Korrektheit also "entnationalisiert" verhalten ? Oder bin ich gar heimlich nazi-deutsch, wenn ich die deutsche Europapolitik kritisiere ?
    Derartige Volks-Beschimpfungen zum Tag der Einheit gehen in den Mainstream-Medien mittlerweile glatt durch. Ich hoffe, die jetzige politische Klasse wird in einem Jahr bei der Bundestagswahl ziemlich er- volks-los bleiben.

  • Westerwelle warnt zum Tag der deutschen Einheit vor Renationalisierung und deutschem Fundamentalismus, Lammert vor der Rivalität (Wahrnehmung) nationaler (deutscher) Interessen in Europa. Ich muss wohl im Koma gelegen haben, als meine Entnationalisierung stattfand. Fundamentalist (nazideutsch ?) bin ich vielleicht auch geworden und habe das nicht mal gemerkt.
    Es reicht ! Auf derlei Beschimpfungen kann ich am Tag der Einheit gut verzichten. Und dass bei der Euro-Krise die
    legitimen deutschen Interessen berücksichtigt werden, ist für mich auch eine Selbstverständlichkeit.
    Vielleicht sollten sich unsere Repräsentanten allmählich ein neues Volk suchen, das sie besser versteht.
    Meine Hoffnung ist, dass die jetzige politische Klasse in einem Jahr bei der Bundestagswahl die Quittung erhält und er-volks-los bleibt.

  • was regen wir uns noch auf über die eurokrise. gerade eben hat ein natomitglied den einmarsch nach syrien beschlossen. somit sollte jedem klar sein, dass bald da unten die lunte für den kommenden weltkrieg gezündet wurde. und hier beschweren sich die deutschen über ein paar euros weniger in der tasche.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%