„Tag der offenen Tür der Bundesregierung“
Tausende blicken hinter die Kulissen der Macht

Staatsbesuch bei der Bundesregierung: Beim elften „Tag der offenen Tür der Bundesregierung“ haben tausende Bürger im Kanzleramt und in 14 Ministerien hinter die Kulissen der Macht geblickt. Fünf Wochen vor der Bundestagswahl auch für Politiker eine gute Gelegenheit, um mit den Wählern in Kontakt zu kommen.

HB BERLIN. Viele seien zum 11. "Tag der offenen Tür der Bundesregierung" schon am Vormittag gekommen, teilte das Bundespresseamt mit. Auch zahlreiche Besucher der Leichtathletik- Weltmeisterschaft, die in der Innenstadt die Marathonläufer sehen wollten, nutzten die Gelegenheit zu einem "kleinen Staatsbesuch". Für das Wochenende wurden mehr als 100 000 Gäste erwartet, darunter viele Familien mit Kindern. Auch am Sonntag können sich Interessierte in den Ministerien umschauen.

Passend zum 20. Jahrestag des Mauerfalls konnten Berliner und Gäste im heutigen Bundesministerium für Bildung und Forschung das Arbeitszimmer des Ständigen Vertreters der Bundesrepublik in der DDR besichtigen, das im Original erhalten ist. "Ich bin glücklich, dass es heute in diesem Hause ein Bundesministerium gibt und dass die Ständige Vertretung ein Teil unserer Geschichte ist", sagte Hans-Otto Bräutigam, der selbst von 1982 bis 1989 als Ständiger Vertreter in dem Gebäude die Geschicke vieler DDR-Flüchtlinge beeinflusst hat.

Er erinnerte an die vielen DDR-Bürger, die in dem Haus Hilfe gesucht hätten, weil sie ihrem Land den Rücken kehren wollten. Das sei eine sehr schwierige und sensible Aufgabe gewesen. Eines seiner emotionalsten Erlebnisse sei gewesen, als sich 50 Flüchtlinge drei Monate lang geweigert hätten, die Vertretung zu verlassen, sagte Bräutigam der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die heutige Hausherrin, Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) zeigte ebenfalls ihr Arbeitszimmer. "So aufgeräumt sieht das Büro nur am Tag der offenen Tür aus", verriet Schavan den zahlreichen Gästen. Vor dem Gebäude konnten Kinder und Jugendliche im 17 Meter langen Biotechnologie-Truck unter anderem lernen, wie man mit Hilfe von Hibiskustee Strom erzeugen kann.

Auf dem Programm des zweitägigen "Staatsbesuches" stehen neben Führungen auch Diskussionen mit Ministern. Fünf Wochen vor der Bundestagswahl lassen es sich die meisten nicht nehmen, in Kontakt mit den Wählern zu kommen. Elf Ministerinnen und Minister heißen laut Bundespresseamt ihre Gäste persönlich willkommen. Lediglich Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU), Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) haben aus Termingründen abgesagt.

Wie in jedem Jahr dürfte das größte Interesse an diesem Sonntag sein, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von 14.00 bis 16.00 Uhr Besucher im Kanzleramt persönlich begrüßt. Zur gleichen Zeit steht ihr Herausforderer bei der Bundestagswahl am 27. September, Frank-Walter Steinmeier (SPD), im Auswärtigen Amt Rede und Antwort.

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