Talk bei Anne Will
Noch ist Steinbrück nicht gescheitert

Hat die Nebeneinkünfte-Debatte ihn schon jetzt die Wahl gekostet? An Anne Wills Stammtisch wurde diskutiert, ob Peer Steinbrück noch der richtige Kanzlerkandidat ist, und was für eine Brille er besser tragen sollte.
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An recht steile Thesen als spektakuläre Titel für Talkshows ist man ja gewöhnt. Als Anne Will gestern nacht die Frage „Genosse Krösus - Steinbrücks Kanzler-Träume schon geplatzt?“ aufwarf, schien sie aber fast von Stefan Raab, dem bekennendsten Populisten unter den derzeit amtierenden Talkshow-Moderatoren, beeinflusst: wegen eines vom „ARD-Deutschlandtrends“ ermittelten Stimmungsbildes („67 Prozent der Befragten glauben: Die Debatte um seine Millionen-Nebeneinkünfte werden ihm bei der Bundestagswahl schaden“) per Talkshow einen Kanzlerkandidaten kippen?

Immerhin eine klare Antwort gab's am Ende: Nee, noch ist Steinbrück nicht gescheitert. 

Was zum titelgebenden Thema zu sagen war, sagten Werner Hansch am Anfang und Matthias Machnig, einst Gerhard Schröders Wahlkampfmanager und zurzeit Thüringer Wirtschaftsminister, gegen Ende der Sendung. Hansch: Im Moment ist er im Tief, da muss der Mann durch“. Machnig um kurz nach 1.00 Uhr: „Wir sind jetzt ein Jahr vor der Bundestagswahl, warten wir doch mal ab, wie die Debatte im nächsten Jahr laufen wird“. Anders formuliert: Mehrere hunderte Talkshows stehen bis dahin noch im Zeichen des anschwellenden Wahlkampfs auf dem Programm und werden mithelfen, die Umfrageergebnisse in Richtung diverser Hochs und Tiefs zu lenken. 

Zwischen diesen beiden recht klugen Aussagen entspann sich munteres Geplauder in der späten Stunde angemessen gedämpfter Aufregtung. Nachdem das überdurchschnittlich langweilige Fußball-Länderspiel in der ARD außer in allerhand Einzelinterviews am Spielfeldrand und anderswo auch noch in der Sportschau-Club“-Talkshow unter Reinhold Beckmanns Leitung auf das Allergründlichste durchbesprochen worden war, konnte Wills Sendung erst um Mitternacht beginnen. 

Hansch, die Sportreporterlegende“ (Will), sorgte nicht nur für den Audience Flow hartgesottener Fußballfans, sondern war als derjenige, der Steinbrück bei dessen blendend bezahlten Atrium-Talk“ der Bochumer Stadtwerke interviewt hatte, gut besetzt. Er ließ, was sein eigenes Honorar für die Veranstaltung betrifft, die Hosen herunter: 2.500 Euro habe er bekommen, nicht gespendet, aber versteuert. Das härtest verdiente Honorar“ seiner Laufbahn sei das gewesen, weil er sich auf Steinbrück viel intensiver vorbereitet habe als sonst auf Sportreportagen. 

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Kommentare zu " Talk bei Anne Will: Noch ist Steinbrück nicht gescheitert"

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  • Vicario
    sehr gut. So habe ich das auch empfunden.
    Jörges aht einen haarsträubenden Mist erzählt und enorm agressiv. Der wird mit zunehmendem Alter imemr schlimmer

  • Das Geschwätz von Jörges gestern in der Sendung war schon unterirdisch
    Und die Empfehloung mit der neuen Brille einfach nur blöd.
    Alle laufen bereits mit so einer schwarzen Brille rum, die sehen alle aus wie Uniformierte
    Und Machnig? Der glaubt, wenn man schnell redet ohne Punkt und Komma und immer alles wiederholt, wirds besser. Mein Gott, was ist das für ein Schwätzer

  • NeuePolitikerBrauchtdasLand
    Nein, das ist kein Zufall, dass der eine Chef der Stadtwrke von der SPD ist. Bochum ist absolut SPD-verfilzt.
    Hier bei uns sind die Chefs und Aufsichträte von der CDU.
    Das ist überall so.
    Unsre Parteien haben sich das Land unter den agel gerissen, das ist das Problem

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