Talkshow Günther Jauch
Der Bundespräsident und die 500.000-Euro-Frage

Mit Ernst und Eifer diskutierten die 90-jährige Hildegard Hamm-Brücher, der zornige Journalist Wolfgang Herles und ein CDU-Dauertalkshowgast über die Kritik an Christian Wulff. Sogar Günther Jauch zeigte sich ungewohnt angriffslustig.
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DüsseldorfSo viel senderübergreifende Selbstironie hatte man dem selten vor Esprit sprühenden Günther Jauch gar nicht zugetraut. Das weiterhin aktuelle Thema "Ist Christian Wulff noch der richtige Bundespräsident?" ließ er Sonntagabend mit deutlichem Anklang an seine Quizshows im Privatfernsehen unter dem Titel „Die 500.000-Euro-Frage“ diskutieren.

Und es ging auch feurig los. Die 2002 aus der FDP ausgetretene 90-jährige Hildegard Hamm-Brücher (die Kopfhörer trug, offenbar um die Mitdiskutanten besser zu verstehen, aber mit enorm klarer Intonation sprach) stellte die heutige Wulff-Kritik in deutlichen Zusammenhang mit derjenigen vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten im Mai 2010. „Damals wollten wir Ansehen und Glaubwürdigkeit der Demokratie stärken“, erklärte sie ihr Engagement für den populären, knapp gescheiterten Gegenkandidaten Joachim Gauck, und „heute stellt sich raus, dass wir recht gehabt haben“.

Talkmaster Jauch zeigte sich ungewohnt angriffslustig und nannte seinen zweiten Gast Peter Altmaier den „einzigen, der den Bundespräsidenten noch verteidigt“. Natürlich widersprach der wackere Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion: Wulff habe viel Rückhalt. Jauch wusste jedoch ein gutes Argument für seine Behauptung: die Absagen vieler Regierungspolitiker auf Anfragen seiner Redaktion, wer denn in diese Sendung kommen würde, um den Bundespräsidenten zu verteidigen. Das saß - schon weil Altmeier bereits am vergangenen Mittwoch in der Anne-Will-Show gesessen hatte, als unter anderem dasselbe Thema diskutiert wurde. (Der Fairness halber sei gesagt: Als am Donnerstag drauf bei Reinhold Beckmann weiter über Wulff und seinen Kredit getalkt wurde, war Altmeier anwesend).

In der Jauch-Show knüpfte er mit Sätzen wie "Nach allem, was wir wissen, ist ihm juristisch kein Vorwurf zu machen" nahtlos an seine vorsichtige Linie vom Mittwoch an. Jauch konterte mit einem Einspielfilm, in dem der Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim Wulff unter Berufung auf das niedersächsische Ministergesetz doch konkrete (aus der aktuellen Presse bekannte) Vorwürfe machte.

Dank präziser Argumentation wurde schnell klar, dass die Frage, ob Wulff zurücktreten sollte, sich in dieser Woche weiterentwickeln wird und in der Sonntagabendshow keine Klärung gefunden werden würde. Dank einer guten Gästeauswahl ging es weiter auf ordentlichem Niveau hoch her. Grünenpolitikerin Renate Künast verblüffte Jauch zunächst durch ihre vergleichweise moderate Wulff-Kritik. Dafür legte Wolfgang Herles, der derzeit ohne allzuviel Fortune die ZDF-Literatursendung "Das blaue Sofa" moderiert, umso mächtiger los. Erst erstaunte er mit der These, die aktuelle Kritik an Wulff hänge mit der "unternehmerfeindlichen Kultur" in Deutschland zusammen: "Wenn jemand anders, Sie zum Beispiel", und da sprach er Jauch an, "ihm das Geld geliehen hätte, wäre das kein Problem gewesen", sagte Herles (und täuschte sich zumindest insofern, als dass Jauch als Produzent seiner ARD-Talkshow und allerhand anderer TV-Sendungen durchaus auch Unternehmer ist). Kaum dachte man, mit Herles säße also ein zweiter Wulff-Verteidiger im Panel, warf er aber ein, dass Wulff "ein lausiger Bundespräsident" sei, etwa weil er die Vorzüge Europas nicht erklärt habe. Als Altmeier später den wohl bekanntesten Wulff-Satz "Der Islam gehört zu Deutschland" aufs Tapet brachte, echauffierte Herles sich erst recht: Ein "saublöder Satz" sei das, "unterkomplex", "populistisch", "der dümmste Satz des Jahres".

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Über Wulffs Zukunft wird im Kanzleramt entschieden

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  • --@ margrit117888

    irgendwie bin ich dem westdeutschen Bildungssystem doch inzwischen sehr dankebar, dass es mich in die Lage versetzt hat, gewisse Zusammenhänge zu erkennen, die in anderen Bildungsregionen nicht vermittelt wurden.

    Mein Steuerberater bekommt für meinen Nebenjob ca. 5000 € / Jahr.

    Wie sie daggeen zu Ihrem Einkommen kommen, hatten Sie bereits ja schon durch ihre Mutmaßungen über die Großkonzern zum Ausdruck gebracht. "Was ich denk und was ich tu, trau ich auch den anderen zu".




  • Mr Peer hat halt heute seinen Macho-Tag ;-)

  • Mr Peer hat halt heute seinen Macho-Tag ;-)

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