Tanja Gönner
Die Stuttgart-21-Verteidigerin

Als Umweltministerin Baden-Württembergs hat sich Tanja Gönner (CDU) über die Grenzen des Bundeslandes hinaus einen Namen gemacht. Doch ihr bislang makelloses Krisenmanagement im Streit um den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs könnte jetzt empfindliche Kratzer bekommen.
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BERLIN. Als Ministerin zeigte sich Gönner bisher stets als sachliche Streiterin. Besonnen argumentierte die Juristin in den vergangenen Monaten für eine Verlängerung der Kernkraftwerkslaufzeiten. Seit einigen Wochen engagiert sie sich bei einem ganz anderen Thema: Sie unterstützt Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) im Kampf für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 – und macht dabei eine gute Figur.

Verkehrspolitik ist noch nicht lange das Thema der 41-Jährigen. Erst im Februar hatte Mappus den Aufgabenbereich der seit 2005 amtierenden Ministerin um die Verkehrssparte erweitert. Die Idee: Durch die Zusammenlegung der Zuständigkeit sollten – etwa im Planungsrecht – Synergien gehoben werden. Dass der Streit um Stuttgart 21 einmal so für Schlagzeilen sorgen würde, war nicht absehbar.

Den Demonstranten – am Wochenende protestierten so viele Menschen wie noch nie gegen das Projekt – hält Gönner die Vorzüge des Vorhabens entgegen. Durch den Umbau werde der Einzugsbereich des Regionalverkehrs von 2,5 Mio. auf fünf Mio. Menschen erweitert – zum Vorteil der Umwelt.

Ob „Beckmann“ oder „Hart, aber fair“ – Gönner streitet auf allen Kanälen für Stuttgart 21. Dabei signalisiert sie stets Kompromissbereitschaft. Mappus tut sich damit schwerer. Dass die Grünen Gönner ihre Tätigkeit für eine Stiftung des Shoppingcenter-Betreibers ECE vorwerfen, der in ein Einkaufszentrum auf dem Stuttgart-21-Gelände investieren will, zeigt, dass die Politikerin in der gesamten Debatte mehr und mehr in den Fokus rückt. str

Klaus Stratmann berichtet als Korrespondent aus Berlin.
Klaus Stratmann
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Tanja Gönner: Die Stuttgart-21-Verteidigerin"

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  • Ansonsten Respekt für soviel Mut, für den Legitimierungsversuch so ein krummes Geschäft als sinnvoll zu verkaufen.
    Leider eine beleidigung an die intelligenz der bürger.

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