Tarifabschlüsse
Koalition drängt auf Lohn-Plus

Die Löhne sollen steigen: Zu entsprechenden Abschlüssen drängt die Koalition die Tarifpartner angesichts der rosigen Konjunkturaussichten immer stärker. Volkswirte sind uneins über die Auswirkungen.
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HB BERLIN. Die Aussicht auf einen XL-Aufschwung lässt die Rufe nach Lohnerhöhungen immer lauter werden. Die Koalition erhöht den Druck: Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) macht sich jetzt auch FDP-Chef Guido Westerwelle für ein Lohn-Plus stark.

„Wenn die Wirtschaft wächst und dieses Wachstum Substanz und Dauer hat, dann sollten die Früchte dieses Aufschwungs auch bei den Menschen ankommen, die hart dafür gearbeitet haben“, sagte Westerwelle dem „Hamburger Abendblatt“.

Nach Einschätzung der wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute wächst die deutsche Wirtschaft so stark wie seit dem Fall der Mauer nicht mehr. Mit Spannung wird die Konjunkturprognose der Bundesregierung an diesem Donnerstag erwartet, nachdem die Institute ihre Wachstumsprognose für 2010 von 1,5 auf 3,5 Prozent hochgeschraubt hatten.

Einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ zufolge wird Brüderle ebenfalls ein Plus von rund 3,5 Prozent verkünden. Die Sprecherin des FDP-Politikers, Beatrix Brodkorb, sagte am Samstag allerdings: „Das ist reine Spekulation.“ Die Prognose werde derzeit noch errechnet.

Die Volkswirte sind uneins über den Ruf nach höheren Löhnen. Der Chefvolkswirt der staatlichen KfW-Bankengruppe, Norbert Irsch, hatte erklärt: „Damit die Binnenwirtschaft anspringt, wäre eine Tarifrunde mit Lohnerhöhungen von durchschnittlich gut drei Prozent erforderlich.“

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, entgegnete: „Mit der pauschalen Forderung kann ich nichts anfangen, ich halte das für sehr gefährlich.“ Die deutsche Wirtschaft habe schließlich auch auf Massenentlassungen verzichtet, als es der Konjunktur im vergangenen Jahr schlecht ging, sagte er zu „Handelsblatt Online“. Auch sei die wirtschaftliche Lage nicht in allen Branchen gleichermaßen gut.

Die Gewerkschaft Verdi kündigte unterdessen an, in den anstehenden Tarifrunden deutliche Lohnerhöhungen durchsetzen. „Der Aufschwung steht nur auf einem Bein, er ist nahezu ausschließlich exportgetrieben“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Wochenende im Deutschlandfunk. „Wir brauchen dringend eine Stärkung des Binnenmarktes, und da kommt der Lohnseite eine zentrale Bedeutung zu.“

Die meisten Tarifverträge laufen erst Ende 2011 aus. Zuletzt hatten sich die Tarifpartner in der Stahlindustrie in Nordrhein-Westfalen auf 3,6 Prozent mehr Lohn verständigt. Daraufhin hatte sich Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) für deutlich höhere Löhne in Deutschland ausgesprochen: „Wenn die Wirtschaft boomt, sind auch kräftige Lohnerhöhungen möglich.“ Merkels Sprecher Steffen Seibert sagte daraufhin: „Das ist natürlich etwas, was Buchstabe für Buchstabe die Bundeskanzlerin ganz genauso sieht.“

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  • @gido bitte geh zum Möwenpick,alles andere isteine einzige lüge nimm merkel mit,es ist zum erbrechen eure auslassungen.ihre bringt menschen mit hilfe von lobbyisten und der gewerkschaften in eine situation von abhängigen,der willkür der lumpenelite ausgesetzten individuen,die sich auf grund ihres gens nicht wehren und dann verhöhnt ihr sie die sklaven sorry zeitarbeiter.harz 4 ler gleich alkis uns so weiter,kochrezepte aller sarrazin.koch der unterschriften von verstorbenen brauchte wegen der kohle,ihr seit abschaum demokratisch gewählt von einer minderheit.bite gido zeug kinder zieh sie gross und lass uns in ruhe mit dein geseiere.euro propaganda abteilung nährt sich erschreckend den letzten tagen der sbz

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