Tarifgespräche in Baden-Württemberg vertagt
Metall-Branche vor massiven Warnstreiks

Der Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie spitzt sich zu. Zwei Tage vor Ablauf der Friedenspflicht hat auch die vierte Verhandlungsrunde im traditionellen Pilot-Tarifbezirk Baden-Württemberg kein Ergebnis gebracht.

HB FRANKFURT. Der baden-württembergische IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann sagte am Donnerstagabend nach erneut gescheiterten Verhandlungen für den Südwesten in Fellbach, es gebe keinerlei Annäherung in der Lohnfrage. Die Gespräche wurden auf 3. Mai vertagt. Hofmann kündigte massive Warnstreiks an. „Die Arbeitgeber brauchen anscheinend den Druck aus den Betrieben.“ Die Arbeitgeber warnten vor den Folgen von Arbeitsniederlegungen.

Der Verhandlungsführer von Südwestmetall, Jan Stefan Roell, sagte, im Ausland habe dafür niemand Verständnis: „Warnstreiks werden das Ergebnis für die IG Metall nicht verbessern.“ Auch in Nordrhein-Westfalen und in der so genannten Mittelgruppe blieben Versuche erfolglos, noch vor Ablauf der Friedenspflicht in der Nacht zum Sonntag zu einer Einigung zu kommen. Die vorerst letzte Chance auf einen Kompromiss waren die für Baden-Württemberg angesetzten Gespräche.

IG Metall und Arbeitgeber in Nordrhein-Westfalen beendeten ihre vierte Gesprächsrunde am Donnerstag in Gelsenkirchen nach nur zwei Stunden ohne Ergebnis. „Ich glaube nicht, dass es noch zu einer Einigung ohne Warnstreiks kommen wird“, sagte der nordrhein-westfälische Bezirksleiter der IG Metall, Detlef Wetzel.

Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Geld

Die Arbeitgeber bieten den deutschlandweit 3,4 Mill. Beschäftigten der Branche bislang 2,5 Prozent mehr Geld sowie einen Konjunkturzuschlag von 0,5 Prozent, der aber auf ein Jahr befristet sein soll. Die Gewerkschaft beharrt dagegen auf ihrer Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Der nordrhein-westfälische Arbeitgeberpräsident Horst-Werner Maier-Hunke sagte, notfalls sei man bereit, Warnstreiks in Kauf nehmen: „Wir wünschen sie uns nicht, aber sie sind auch nicht das totale Unglück.“ Wetzel kündigte indessen an, dass ab der kommenden Woche 250 Betriebe in Nordrhein-Westfalen bestreikt würden.

Nach dem Scheitern der Gespräche in der so genannten Mittelgruppe (Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Saarland) hatte am Mittag auch der zuständige Gewerkschaftsbezirk Frankfurt Warnstreiks in Aussicht gestellt. „Ab 29. April, null Uhr, machen wir mit Warnstreiks Druck“, sagte IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild in Mörfelden-Walldorf. Im Falle eines Scheitern in Baden-Württemberg gingen Beobachter davon aus, dass auch die für den (morgigen) Freitag in Hannover angesetzte Gesprächsrunde für den Bezirk Niedersachsen ohne Ergebnis bleibt.

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