Tarifjahr 2015: Millionen für Millionen

Tarifjahr 2015
Millionen für Millionen

Arbeitgeber können sich auf etwas gefasst machen: Im neuen Jahr werden Tarife für elf Millionen Beschäftigte verhandelt. Gleich zu Beginn sind drei Schlüsselindustrien dran. Dabei geht es nicht immer nur ums Geld.
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DüsseldorfFür mehr als vier Millionen Beschäftigte in Deutschland geht es gleich zu Jahresbeginn um mehr Geld. Im Januar beginnen die Tarifverhandlungen für die deutschen Schlüsselindustrien Chemie mit rund 550.000 Beschäftigten sowie Metall und Elektro, die gleich für rund 3,7 Millionen Beschäftigte stehen. Die Gewerkschaften ziehen mit Forderungen zwischen vier und fünf Prozent (IG BCE) und 5,5 Prozent (IG Metall) in die Verhandlungen, die in den vergangenen Jahren viel von den überkommenen Ritualen hinter sich gelassen haben.

Nach einer Zusammenstellung des Düsseldorfer WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung werden von Ende 2014 bis Ende 2015 neue Tarife für knapp elf Millionen Beschäftigte verhandelt, fast genauso viele wie 2014. Weitere Schwergewichte sind der Öffentliche Dienst der Länder und der Einzelhandel in den verschiedenen Bundesländern, für die jeweils die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in die Verhandlungen zieht.

Als Altlasten aus dem Vorjahr laufen die bislang schon streikträchtigen Tarifkonflikte bei der Deutschen Bahn und der Lufthansa weiter. Bei der Bahn muss das bundeseigene Unternehmen eine ungeliebte Mittlerrolle zwischen den verfeindeten Gewerkschaften GDL und EVG wahrnehmen, um am Schluss zu einigermaßen deckungsgleichen Tarifverträgen zu kommen. Bei der Lufthansa zeichnet sich mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) keine Lösung für den grundsätzlichen Streit um die künftige Unternehmensentwicklung ab.

Die Rahmenbedingungen der Tarifverhandlungen: Für die deutsche Volkswirtschaft erwartet die Bundesbank im kommenden Jahr ein Wachstum von ein Prozent und 1,6 Prozent im Jahr 2016. Bei anhaltend niedrigen Energiepreisen könne es sogar noch ein wenig besser laufen.

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