Tarifkonflikt der Klinikärzte
Immer mehr "Insellösungen"

Seit Beginn des Streiks der kommunalen Klinikärzte vor sechs Wochen haben zahlreiche Krankenhausträger Haustarifverträge abgeschlossen und damit weitere Arbeitsniederlegungen abgewendet.

HB BERLIN. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) gibt es bundesweit inzwischen mehr als 50 derartige „Insellösungen“. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa haben sich diese Übergangslösungen vor allem in Baden-Württemberg durchgesetzt. Auch in anderen Ländern wurden entsprechende Vereinbarungen getroffen. In Ostdeutschland sind sie selten, nur in Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen Übergangstarifvertrag. Rheinland-Pfalz und das Saarland sind bislang „inselfrei“.

In Sachsen-Anhalt ist das Ziel des MB-Landesverbandes eine Lösung für das gesamte Bundesland, wie Landesgeschäftsführerin Andrea Huth sagt. Derzeit gehe es deshalb nicht um Insellösungen. Diese seien aber eine Möglichkeit, falls es in den weiteren Verhandlungen keine Einigung geben sollte. So soll in Sachsen-Anhalt in den kommenden zwei Wochen zunächst auch nicht weiter gestreikt werden. Der Marburger Bund erhofft sich davon ein Entgegenkommen der Arbeitgeber.

In Nordrhein-Westfalen löste eine Insellösung Ärger aus. Nach Abschluss eines Haustarifvertrags mit dem Marburger Bund droht dem Medizinischen Zentrum des Kreises Aachen in Würselen der Ausschluss aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) Nordrhein-Westfalen. „Das ist Kollaboration mit der Gewerkschaft in einem Arbeitskampf. Das ist ein so verbandsschädigendes Verhalten, das kann nur geahndet werden mit Rausschmiss“, ärgerte sich der KAV-Hauptgeschäftsführer Emil Vesper.

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