Tarifkonflikt
Erste Warnstreiks in der Stahlindustrie

Im Tarifkonflikt der nordwestdeutschen Stahlindustrie hat die IG Metall mit Warnstreiks begonnen. Betroffen waren zunächst ausschließlich Betriebsteile von Thyssen-Krupp. Mit den Ausständen will die Gewerkschaft ihre Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn unterstreichen.

HB DUISBURG. Seit 7.30 Uhr ruhe die Produktion in einem Duisburger Werk der ThyssenKrupp-Sparte Steel und beim Automobilzulieferer ThyssenKrupp Tailored Blanks, sagte ein Sprecher der IG Metall am Freitag. Die Beschäftigten wollten sich später am Morgen zu einer Protestkundgebung versammeln.

In der kommenden Woche sollen dann Warnstreiks unter anderem bei Vallourec & Mannesmann sowie Salzgitter folgen, hatte die IG Metall bereits angekündigt. Der Schwerpunkt der Ausstände werde dabei auf dem kommenden Dienstag liegen. Eine neue, von weiteren Warnstreiks begleitete, Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern soll dann am Donnerstag in einer Woche folgen.

Die Arbeitgeber hatten bei Gesprächen mit der Gewerkschaft am vergangenen Dienstag eine Anhebung der Löhne und Gehälter um drei Prozent für die rund 85 000 Beschäftigten der Branche in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen angeboten. Zudem solle es eine Einmalzahlung von 500 Euro geben. Als Laufzeit für einen Abschluss hatten die Arbeitgeber 19 Monate vorgeschlagen.

Die IG Metall hatte das Angebot als ungenügend zurückgewiesen und ihre Forderung nach sieben Prozent mehr Lohn und Gehalt bekräftigt. „Vom Stahlboom wollen die Arbeitgeber ganz alleine profitieren“, hatte IG-Metall-Verhandlungsleiter Detlef Wetzel der Gegenseite vorgeworfen.

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