Tarifkonflikt
Metaller starten Warnstreiks

Die IG Metall macht Ernst. Gleich nach Ablauf der Friedenspflicht um Mitternacht haben tausende Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Die Warnstreiks könnten - so droht die Gewerkschaft - der Auftakt für weit mehr sein.

HB FRANKFURT. Die IG Metall verlangt für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der deutschen Schlüsselindustrie acht Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber boten in einer ersten Offerte 2,9 Prozent mehr Lohn für 14 Monate an. Der Vorschlag sieht 2,1 Prozent mehr Lohn zum 1. Januar sowie eine Einmalzahlung von maximal 0,8 Prozent eines Jahreseinkommens für November und Dezember vor. Die IG Metall wies das Angebot als völlig unzureichend zurück. Am Montag will die Gewerkschaft eine Warnstreikwelle starten, "wie sie die Republik selten erlebt hat", wie IG-Metall-Chef Berthold Huber angekündigt hat. Die Streiks sollen dann auf das gesamte Bundesgebiet ausgeweitet werden.

Bei der Audi AG in Ingolstadt begannen rund 4000 Beschäftigte gleich um Mitternacht mit einer Protestaktion, wie die IG-Metall am frühen Samstagmorgen mitteilte. In Neckarsulm beendeten nach Angaben der Gewerkschaft etwa 1000 Audi-Mitarbeiter um 04.30 Uhr vorzeitig ihre Schicht. Auch in weiteren Unternehmen in Bayern, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern waren Beschäftigte noch in der Nacht zu Protestaktionen aufgerufen. So berichtete die IG Metall auch von Arbeitsniederlegungen in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen.

Bei den Osram-Werken in Berlin-Spandau traten um 00.00 Uhr rund 200 Arbeitnehmer der Nachtschicht und etwa 150 Vertrauensleute aus verschiedenen Berliner Betrieben in einen auf anderthalb Stunden angesetzten Warnstreik, wie Bernd Kruppa, Sprecher der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, mitteilte. Es herrsche eine gute, kämpferische Stimmung. In Niedersachsen beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 180 Beschäftigte an Mitternachtswarnstreiks.

In Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover legte die gesamte Nachtschicht von Johnson Controls die Arbeit nieder, wie der Gewerkschaftsbezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt mitteilte. Rund 100 Beschäftigte zogen demnach vor das Werkstor. Bei Essex und Nexans in Bramsche bei Osnabrück hätten rund 80 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Auch im Osram-Lampenwerk Augsburg, bei Audi in Ingolstadt und beim Weißbleichhersteller Rasselstein in Neuwied sowie bei Benteler Stahlrohr in Paderborn hatte die Gewerkschaft für Samstag zu Protesten aufgerufen.

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