Tarifkonflikt
Verdi-Streiks legen Flughäfen lahm

Allein in Frankfurt sind am Mittwoch knapp 400 Flüge gestrichen worden. Die Warnstreiks betreffen acht Airports – und zehntausende Fluggäste. Gestreikt wird auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Frankfurt/BerlinZehntausende Fluggäste haben am Mittwochvormittag auf Deutschlands größten Flughäfen die Ausweitung des Warnstreiks im öffentlichen Dienst deutlich zu spüren bekommen. Insgesamt betroffen waren elf Flughäfen. Bauarbeiten auf einem Teil der Hochgeschwindigkeitstrecken der Bahn zwischen Hannover und Kassel erschwerten das Reisen zusätzlich. Auch das öffentliche Leben war wegen des Ausstands vielerorts beeinträchtigt. Während Regierung und Arbeitgeberverbände die noch laufenden Aktionen kritisieren, pocht Verdi-Chef Frank Bsirske bereits auf eine schnelle Einigung.

In Frankfurt fielen 392 Flüge aus. Seit 8.00 Uhr schloss sich die Flughafenfeuerwehr dem Ausstand an und legte damit die Nordwestlandebahn still. „Wir haben genügend Kapazitäten auf der Süd- und der Centerbahn“, sagte eine Fraport-Sprecherin.

Am Flughafen Köln/Bonn legte die Feuerwehr die Arbeit bis 7.30 Uhr nieder. Im Laufe des Tages wurden weitere Ausstände erwartet, vor allem im Bereich der Flugzeugabfertigung und des Gepäckdienstes. Bislang wurden 103 von 276 geplanten Flügen gestrichen.

In Düsseldorf wurden zunächst 48 der insgesamt 590 Flüge annulliert. Am Flughafen München seien vor allem Mitarbeiter der Bodenabfertigung und der Sicherheitsgesellschaft dem Streikaufruf gefolgt, sagte ein Verdi-Sprecher.

An den Flughäfen Hannover und Bremen fielen 25 Flüge aus. In Hamburg wurden nach Angaben des Betreibers insgesamt 31 Abflüge und 31 Ankünfte gestrichen. Auf den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden rund 100 Flüge vorsorglich annulliert. Leipzig/Halle und Dresden strichen insgesamt rund 40 Flüge.

Verdi hatte im Rahmen der Tarifrunde Öffentlicher Dienst zu den Streiks an Flughäfen aufgerufen. Vor tausenden Warnstreikenden verlangte Bsirske am Vormittag einen schnellen Abschluss bei den anstehenden Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst. In der dritten Runde, die an diesem Donnerstag in Potsdam beginnen soll, müsse man zu befriedigenden Ergebnissen kommen, sagte der Gewerkschaftschef bei einer Kundgebung am Frankfurter Flughafen.

Die streikintensivsten Branchen
Verlorene Arbeitstage 2014

pro 1000 Beschäftigten in ausgewählten Wirtschaftszweigen


Bsirske verlangte von Bund und Kommunen ein Gesamtpaket mit einem deutlichen Reallohnzuwachs und einer sicheren Altersversorgung. Verdi werde eine Verschlechterung der betrieblichen Altersversorgung auf keinen Fall hinnehmen. Zudem müsse die Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse gesenkt werden, die in den vergangenen zehn Jahren um 36 Prozent auf 400 000 angewachsen sei. „Das ist Missbrauch.“

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