Tarifpartner zur Koalition
DGB zuversichtlich, Arbeitgeber besorgt

Nach 100 Tagen Regierungsarbeit stellen die Tarifpartner Union und SPD ein Zeugnis aus. Ergebnis: Während DGB-Chef Sommer vor allem die Rentenreform gefällt, warnen die Arbeitgeber vor Schäden auf dem Arbeitsmarkt.
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BerlinGewerkschaften und Arbeitgeber bewerten die Arbeit der Großen Koalition nach deren ersten 100 Tagen Regierungszeit unterschiedlich. Während sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) überwiegend positiv äußerte, überwogen auf der Arbeitgeberseite skeptische Töne. Allerdings zeichneten beide Seiten ein differenziertes Bild.

„Das für die Beschäftigten zentrale Arbeitsministerium hat schon jetzt mehr auf den Weg gebracht als in der gesamten vergangenen Legislaturperiode“, sagte DGB-Chef Michael Sommer den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“. Erstmals seit langem würden wieder Reformen für statt gegen die Beschäftigten gemacht. „Die Richtung stimmt“, sagte Sommer mit Blick auf die Rente mit 63 und Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente. Negativ bewertete er, dass bei den Steuern nichts für eine gerechtere Einkommensverteilung getan werde.

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Ingo Kramer, stufte im selben Blatt die ersten 100 Tage schwarz-roter Regierungsarbeit als eher bedenklich ein. „Das Rentenpaket der Großen Koalition spricht nicht dafür, dass Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit die Politik der Großen Koalition bestimmen“, kritisierte Kramer. Auch der Mindestlohn werde „erheblichen Schaden auf dem Arbeitsmarkt anrichten“. Als dringliche Aufgaben der Regierung nannte Kramer „eine grundlegende Korrektur der Energiewende“ sowie die Überwindung der europäischen Staatsschuldenkrise durch solide Haushaltspolitik.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Die Arbeitgeber warnen immer. Es könnte ja sein, dass ihr Geldbeutel etwas geschmälert würde. Bei etwas Marketing-Verständnis sollten sie jedoch wissen, dass die Bürger für Nachfrage Geld brauchen, auch die Rentner, sonst bleiben diese Oberlobbyisten auf ihren Produkten sitzen.

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