Tarifpoker in Wiesbaden
Peters droht mit hartem Kurs

Die IG Metall hat den Arbeitgebern bereits zum Auftakt der Tarifrunde eine verschärfte Gangart angedroht und erhebt neben der Forderung nach kräftigen Lohnzuwächsen auch neue tarifliche Ansprüche auf betriebliche Weiterbildung.

BERLIN. Wer die Beschäftigten mit Lohnzuwächsen von 1,2 Prozent abspeisen wolle, säe Wind, sagte Gewerkschaftschef Jürgen Peters nach Beginn der ersten regionalen Verhandlungsrunden in Frankfurt. Den Metall-Arbeitgebern warf er eine Blockadehaltung vor: „Die Arbeitgeber schalten schon jetzt auf stur.“

Die IG Metall will für die 3,4 Millionen Beschäftigten der Branche Lohnzuwächse von fünf Prozent erreichen. Demgegenüber hatte die Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Heike Maria Kunstmann, zuvor das Ziel einer „kostenneutralen Lohnentwicklung“ bekräftigt. Zugleich trat sie dem Eindruck entgegen, dass der von Gesamtmetall mit 1,2 Prozent bezifferte Produktivitätsspielraum als Lohnangebot zu werten sei. Sie verwies auf eine Gesamtmetall-Studie, nach der in der Metall- und Elektrobranche bereits derzeit 12,5 Prozent der Produktion oder rund 400 000 Arbeitsplätze von einer Verlagerung ins Ausland bedroht seien.

Die IG Metall untermauerte dagegen ihre Forderung, neben kräftigen Lohnzuwächsen neue tarifliche Ansprüche auf betriebliche Weiterbildung durchzusetzen. Ihr nordrhein-westfälischer Bezirksleiter Detlef Wetzel präsentierte dazu eine Umfrage, deren Ergebnisse ein aus seiner Sicht „erschütterndes Bild“ über die Weiterbildungspraxis zeichnen. „Damit sind gegenteilige Behauptungen der Arbeitgeber klar widerlegt“, sagte er in Berlin.

Nach der IG-Metall-Umfrage unter 5 400 Beschäftigten in 39 Betrieben sehen sich vier Fünftel der Metaller mit Blick auf Veränderungen ihres Arbeitsplatzes vom eigenen Betrieb nicht ausreichend vorbereitet oder qualifiziert. „Die Arbeitgeber selbst erweisen sich als ein großes Hemmnis des innerbetrieblichen Strukturwandels“, folgerte Wetzel.

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