Tarifpolitik: Experten werben für Lohnerhöhungen im kommenden Jahr

Tarifpolitik
Experten werben für Lohnerhöhungen im kommenden Jahr

Sowohl der DIW-Chef Gert Wagner als auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz empfehlen Lohnerhöhungen im kommenden Jahr. Diese seien sinnvoll, um die Binnennachfrage anzukurbeln und die Exportabhängigkeit zu mindern.
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Berlin/DüsseldorfDer Vorstandsvorsitzende des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Gert Wagner, hat für deutliche Lohnerhöhungen im kommenden Jahr geworben. Wagner sagte in einem dapd-Interview: „Die Tarifparteien sollten endlich mal mutig sein. Ich persönlich würde im Durchschnitt vier Prozent oder mehr pro Jahr ins Spiel bringen - und das bei einer ordentlichen Laufzeit von drei Jahren.“

Derartige höhere Lohnabschlüsse seien „sinnvoll, um die Binnennachfrage anzukurbeln und so die extrem ausgeprägte Exportabhängigkeit zu mindern“. Wagner fügte hinzu, die Lohnpolitik habe „lange Zeit die möglichen Verteilungsspielräume, die sich aufgrund der Produktivitätssteigerungen und der Teuerung ergeben, nicht ausgeschöpft“.

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Wolfgang Franz, rät ebenfalls zu einer „beschäftigungsfreundlichen Tariflohnpolitik“ im neuen Jahr. Franz gibt sich aber bei den Lohnerhöhungen bescheidener: „Der gesamtwirtschaftliche Verteilungsspielraum beläuft sich im Jahr 2013 größenordnungsmäßig auf rund zwei Prozent.“

Die Wirtschaftsweisen gingen von einem „Produktivitätsfortschritt in Höhe von 0,6 Prozent“ aus und erwarteten „eine Preissteigerungsrate des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent“, sagte Franz der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf vom Montag

„In den Branchen können die Löhne davon nach oben oder unten abweichen, je nachdem wie hoch der Verteilungsspielraum dort zu veranschlagen ist“, sagte Franz der Zeitung. Grundsätzlich riet er den Tarifvertragsparteien dazu, ihren Spielraum nicht ganz auszuschöpfen, um einen Beitrag zur Schaffung neuer Arbeitsplätze zu leisten.

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  • Lohnerhöhungen sind Gift für die Wirtschaft!
    Die Deutschen sollten lieber auf 20% ihres Einkommens verzichten. Das Geld wird für Griechenland, Zypern, Frankreich etc. benötigt.
    Schäuble ist da schon auf einem "guten Weg". Er will die MwSt auf 25% erhöhen, den ermäßigten Satz abschaffen, das Renteneintrittsalter auf 75 erhöhen und einen "Gesundheitssoli" einführen. Im Gegenzug will er die steuerfreien Diäten als Ausgleich verdoppeln.

  • Endlich! Vernunft!
    Dass das überhaupt zur Diskussion steht ist schon fast lächerlich. Man kann die leute nicht für immer weniger arbeiten lassen nur damit wir mehr faule Kredite anhäufen können.

    Verrechnen wir mal unsere Exporte mit Rettungsschirm, Schuldenschnitten etc. und schauen mal wie die Handelsbilanz dann noch aussieht.

  • Die Überschrift ist irreführend. Was Wolfgang Franz vorschlägt ist die alte Leier von Nichtausschöpfen des Verteilungspielraums, gemessen über die beschäftigsbereinigte Veränderungsrate der Grenzproduktivität der Arbeit, nachzulesen in jedem SVR-Gutachten, an dem er beteiligt war.

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