Tarifrunde 2007
6,5 Prozent mehr für Drucker gefordert

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geht mit einer Forderung von 6,5 Prozent mehr Geld in die Tarifrunde der deutschen Druckindustrie mit rund 180 000 Beschäftigten. Die Arbeitgeber bezeichneten dies jedoch als „vollkommen unrealistisch“.

HB BERLIN. Die Forderung sei angemessen, da die Unternehmen voll vom konjunkturellen Aufschwung profitiert hätten, sagte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende, Frank Werneke, am Mittwoch in Berlin. Die Produktivität in der Branche sei in den vergangenen beiden Jahren um nahezu zehn Prozent gestiegen, während die Entgelte weit geringer angehoben worden seien: 2005 um einmal 340 Euro und 2006 um ein Prozent. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) bezeichnete die Gewerkschaftsforderung als „vollkommen unrealistisch“. Werneke sagte hingegen, in der zentralen Tarifkommission habe es auch Stimmen für eine deutlich höhere Forderung gegeben.

Die Friedenspflicht in dieser Tarifrunde läuft laut Verdi am 1. Mai 2007 aus. Die Gewerkschaft strebt einen neuen Vertrag mit einer Laufzeit von zwölf Monaten an. Der Abschluss wirkt sich indirekt auch auf weitere 60 000 Beschäftigte in den Verlagen aus. Über die reine Entgelterhöhung hinaus will Verdi die Arbeitgeber für eine gemeinsame Initiative zur Verlängerung der Altersteilzeitregelungen nach dem Jahr 2009 gewinnen. Die erste Verhandlungsrunde soll am 28. März stattfinden.

Die Druckindustrie befindet sich nach bvdm-Angaben auf der Schattenseite der konjunkturellen Entwicklung. Nach einer schweren Rezession sei der Stellenabbau in der Branche gerade zum Stillstand gekommen. Die Entlassungswelle dürfe durch überzogene Lohnforderungen nicht wieder in Gang gesetzt werden. Verbands-Hauptgeschäftsführer Thomas Mayer erwartet schwierige Verhandlungen um einen angemessenen Abschluss, der sich an den moderaten Steigerungen der vorigen Jahre orientieren müsse. Die Arbeitgeber klagen über rückläufige Preise bei steigenden Kosten etwa für Energie und Papier sowie Überkapazitäten. Erst jüngst hatte der bvdm seine Wachstumserwartungen für das laufende Jahr gesenkt und rechnet nun nur noch mit einem Umsatzplus von einem bis 1,5 Prozent statt bis zu zwei Prozent. 2006 erwirtschaftete die Druckindustrie einen Gesamtumsatz von gut 17 Mrd. Euro, ein Plus von 1,6 Prozent.

Auch die IG Metall fordert für die 3,4 Mill. Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%