Tarifrunde 2007
IG-Bau-Chef: Streik muss nicht sein

IG-Bau-Chef Klaus Wiesehügel sieht noch Chancen für eine Einigung ohne Streik im Baugewerbe in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Gesprächen wolle sich die Gewerkschaft nicht entziehen. In einem Punkt zeigte sich Wiesehügel jedoch unnachgiebig.

HB BERLIN. „Es gibt noch geringe Möglichkeiten für einen Ausweg, die ausgelotet werden können“, sagte der Gewerkschafts-Vorsitzende der Online-Ausgabe der „Financial Times Deutschland“ am Freitag. Die IG Bau werde sich Gesprächen nicht entziehen. Sonderregeln für den Norden kämen aber nicht in Frage. „Wir können schon deswegen keine Sonderregel für ein Gebiet erlauben, weil die anderen Länder dies dann ebenfalls wollen“, sagte Wiesehügel.

Die mittelständischen Arbeitgeber aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein hatten das Ergebnis der Schlichtung unter Ex-Wirtschaftsminister Wolfgang Clement zu Wochenanfang abgelehnt. Daraufhin hatte die Gewerkschaft ihre Mitglieder zum ersten Streik in der Baubranche seit 2002 aufgerufen. Das Ergebnis der Urabstimmung über einen Streik soll am 16. Juni vorliegen. Zwei Tage danach will der Gewerkschaftsvorstand den Arbeitskampf formal beschließen. Die ersten Warnstreiks seien erfolgreich angelaufen, hieß es in einer Erklärung der Gewerkschaft. Die Mitarbeiter auf den Baustellen hätten die Aktionen flächendeckend unterstützt. In den vergangenen fünf Tagen seien rund 150 Baustellen stundenweise lahm gelegt worden.

Bei der unter Clement geführten Schlichtung war eine Lohnerhöhung von 6,2 Prozent in zwei Jahren sowie Einmalzahlungen ausgehandelt worden. Zusätzlich wurde eine Öffnungsklausel vereinbart, nach der die Westbetriebe künftig ebenso wie die Ostbetriebe den Lohn um acht Prozent senken dürfen, sollte es erforderlich sein.

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