Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie
Gesamtmetall signalisiert Entgegenkommen

In der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie haben die Arbeitgeber der IG Metall ein mögliches Entgegenkommen signalisiert.

HB DÜSSELDORF. „Man muss sich genau die einzelnen Stellschrauben ansehen“, sagte Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser dem Handelsblatt. Das betreffe etwa die Laufzeit eines möglichen Kompromisses, aber auch „die Relationen zwischen Bonuszahlung und linearer Erhöhung“, so Kannegiesser. Bedingung sei, dass die IG Metall ihrerseits erkennen lasse, „an welchen Stellen sie von sich aus Möglichkeiten sieht, auf unseren Vorschlag einzugehen.“

Damit lassen die Arbeitgeber vor den wichtigen Verhandlungsrunden am Donnerstag in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen erstmals Bereitschaft erkennen, ihren Lösungsvorschlag für die Tarifrunde zu modifizieren. Nach dem bisherigen Angebot sollen die 3,4 Millionen Metall-Beschäftigten dauerhafte Lohnerhöhungen von 2,5 Prozent sowie einen befristeten Konjunkturbonus von 0,5 Prozent erhalten. Bei einer veränderten „Relation“ zwischen diesen beiden Komponenten könnte demnach die dauerhafte Lohnerhöhung auch ein stärkeres Gewicht haben. Die IG Metall fordert bislang 6,5 Prozent mehr Lohn.

Für die Gewerkschaft läuft in der Nacht zum Sonntag die Friedenspflicht aus. Sie hat bereits angekündigt, unmittelbar danach in den Betrieben zu massiven Warnstreiks aufzurufen, falls keine Tarifeinigung erreicht ist. „Wir müssen jetzt auf den Punkt kommen“, mahnte der Gesamtmetall-Präsident. Die Betriebe benötigten rasch „eine klare Entscheidungsbasis für ihre weiteren Personal- und Investitionsentscheidungen“. Daher sei es jetzt für die IG Metall an der Zeit, sich zu bewegen.

Zugleich warnte er die Gewerkschaft vor den mittelfristigen Folgen eines intensiven Streiks für den Flächentarifvertrag und das Tarifgefüge. „Sollte die IG Metall überziehen, würden viele Arbeitgeber und auch ich für unsere bisherige Form der Tarifpolitik kaum noch zur Verfügung stehen“, warnte Kannegiesser.

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