Tarifrunde
Deutsche streikfreudig wie lange nicht

Die Deutschen sind so streikfreudig wie lange nicht. 2012 gingen sechs mal so viele Menschen auf die Straße wie 2011. Trotzdem streikt Deutschland im internationalen Vergleich deutlich weniger als seine Nachbarn.
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BerlinIm vergangenen Jahr haben sich sechsmal so viele Arbeiter und Angestellte an Streiks und Warnstreiks in Deutschland beteiligt wie 2011. Ihre Zahl stieg von rund 180.000 auf etwa 1,2 Millionen, teilte das gewerkschaftsnahe Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) am Mittwoch mit.

„Grund für die deutliche Zunahme sind die großen Warnstreikwellen in der Metallindustrie und im öffentlichen Dienst“, sagte WSI-Experte Heiner Dribbusch. Daran beteiligten sich über 800.000 Metaller und 300.000 Beschäftigte von Bund und Kommunen.

Mehr Streikende habe es zuletzt 2008 mit 1,55 Millionen gegeben, also vor der Finanz- und Schuldenkrise, sagte Dribbusch. Die Zahl der ausgefallenen Arbeitstage bei den mehr als 250 Streiks und Warnstreiks im vergangenen Jahr verdoppelte sich auf 630.000. Angaben zum volkswirtschaftlichen Schaden machte das WSI nicht.

Im internationalen Vergleich treten Arbeitnehmer in Deutschland aber nach wie vor selten in den Ausstand. WSI-Daten zufolge fielen von 2004 bis 2010 im Jahresdurchschnitt lediglich 15 Arbeitstage pro 1000 Beschäftigte durch Streiks aus. 2011 waren es 8,3 und 2012 dann 17 Ausfalltage. In Frankreich liege der Jahresschnitt bei 162 Arbeitskampftagen. In Kanada waren es 154, in Dänemark 123, in Großbritannien 24, in den USA 9 und in der Schweiz 3 Tage.

„Außerdem gab es bei den Dienstleistern noch nie so viele Arbeitsniederlegungen“, sagte Dribbusch. Grund dafür sei die Zersplitterung der Tariflandschaft, vor allem im Gesundheitswesen. Dort seien viele Krankenhäuser privatisiert worden, weshalb es nun häufiger Auseinandersetzungen um einen Haustarifvertrag gebe. Bei den meisten Arbeitskämpfen geht es um Haus- und Firmentarifverträge. Sie seien häufig das Ergebnis von Tarif- und Verbandsflucht auf Seiten der Arbeitgeber. Besonders langwierig seien oft Auseinandersetzungen in inhabergeführten Familienbetrieben.

Für dieses Jahr erwartet WSI-Experte Dribbusch ebenfalls zahlreiche Auseinandersetzungen in Deutschland. So stehen Tarifverhandlungen in der Metallindustrie und im Einzelhandel an. Beide Branchen zählen Millionen Mitarbeiter. In den Ausstand traten in diesen Jahr beispielsweise schon die privaten Sicherheitsdienste an den Flughäfen in Nordrhein-Westfalen und Hamburg.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Und? was bringts? regiert und abgezockt von einer MAfia und der Deutsche Michel glaubt er würde dieses JAhr wählen...ich lach mich krank. Wir müssten anhand der Zustände die unsere Politik hier verbrochen hat, längst Aufstände haben.

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