Tarifrunde
IG Metall warnt vor Verschleppung

Die IG Metall hat die Arbeitgeber vor einer "Hinhaltetaktik" in der kommenden Lohnrunde für die 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie gewarnt. In einem "nach wie vor guten wirtschaftlichen Umfeld" hätten die Metaller "allen Anspruch, eine höhere Forderung als in der zurückliegenden Tarifrunde zu stellen".

DÜSSELDORF. Dies sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard dem Handelsblatt. Damit trat Burkhard Mahnungen des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall entgegen, die Tarifpolitik müsse sich wegen der hohen Energie- und Rohstoffpreise nun auf eine Abkühlung einstellen.

"Vor allem sollten wir in diesem Jahr eine rasche Einigung suchen", betonte Burkhard. "Gelingt das nicht, könnte daraus ein sehr explosives Gemisch entstehen." Sollten die Metaller den Eindruck gewinnen, "dass die Arbeitgeber ihre Erwartungshaltung nicht berücksichtigen, führt das zu einer massiven Mobilisierung mit allen absehbaren Konsequenzen", warnte er. "Die Stimmung in unserer Tarifkommission und in der Mitgliedschaft ist sehr motiviert." Die Arbeitgeber seien daher gut beraten, den Unmut der Beschäftigten nicht unnötig herauszufordern.

Zuvor hatte Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser im Handelsblatt auf gestiegene Belastungen der Metall- und Elektrounternehmen durch den Preisschub bei Rohstoffen und Energie hingewiesen. "Wenn die Spatzen die Abkühlung von den Dächer pfeifen, dürfen wir davor nicht die Ohren verschließen", warnte er. Der IG-Metall-Vorstand will am 22. September über die Lohnforderung für die neue Tarifrunde beschließen. In der zurückliegenden Tarifrunde 2007/2008 hatte die IG Metall 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert und Erhöhungen in Stufen von 4,1 und 1,7 Prozent durchgesetzt.

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