Tarifrunde
Metall-Arbeitgeber wollen sinkende Reallöhne

Die Metall- und Elektrobranche steht vor einer harten Tarifrunde: Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall will den Beschäftigten sinkende Reallöhne zumuten. Die IG Metall hatte sich für eine Lohnforderung zwischen 4,5 und fünf Prozent ausgesprochen.

HB FRANKFURT AM MAIN. Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser sagte am Freitag, der Produktivitätszuwachs werde voraussichtlich unter der Inflationsrate liegen. Einen Inflationsausgleich könne man nur bezahlen, wenn er vorher durch den Produktivitätszuwachs erwirtschaftet worden sei. Den erwarteten Produktivitätszuwachs bezifferte der Gesamtmetall-Chef auf "irgendwo zwischen einem und 1,4 Prozent".

Ein konkretes Angebot der Arbeitgeber für die Tarifrunde wollte Kannegiesser nicht nennen. Er forderte aber erneut Zurückhaltung: "In Zeiten, in denen die Wirtschaft kaum wächst und fast fünf Millionen Menschen ohne Job sind, können wir nicht über einen kräftigen Schluck aus der Pulle reden", wurde er zitiert.

Die IG Metall bezeichnete die Äußerung als "verheerendes Signal" für die Tarifgespräche. Gewerkschaftschef Jürgen Peters sagte, die Metallunternehmen in Deutschland könnten Lohnerhöhungen im kommenden Jahr wirtschaftlich gut verkraften. Kannegiesser wolle der Öffentlichkeit Sand in die Augen streuen, indem er die Lage der Metallunternehmen schlecht rede. Angesichts der wahren Entwicklung in den Unternehmen sei das scheinheilig. Die Lohnstückkosten seien seit 1997 um mehr als zehn Prozentpunkte gesunken. Die Produktivität werde auf hohem Niveau bleiben. Dagegen seien die Realeinkommen der Arbeitnehmer in den vergangenen zehn Jahren um 0,9 Prozent gesunken.

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