Tarifrunde ohne Annäherung
NRW-Metaller bereiten Warnstreiks vor

An Rhein und Ruhr stehen die Zeichen in der Metall- und Elektroindustrie auf Streik. Auch im Osten will die Gewerkschaft eine harte Tarifauseinandersetzung.

HB DÜSSELDORF. Die dritte Tarifrunde für die rund 700 000 Beschäftigten verlief am Donnerstag in Düsseldorf ohne Annäherung. Die Arbeitgeber legten erneut kein Lohnangebot vor. Die IG Metall kündigte deshalb Warnstreiks an, die am Mittwoch nach Ablauf der am Dienstag endenden Friedenspflicht beginnen sollen. Die nächste Verhandlungsrunde soll am 6. April in Düsseldorf stattfinden.

Der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Detlef Wetzel kritisierte, dass sich die Arbeitgeber trotz intensivster Bemühungen nicht bewegt hätten. „Auf diese empörende Verweigerungshaltung kann es nur eine Antwort geben, und die heißt Warnstreik“, erklärte er. Bereits am (morgigen) Freitag würden in einer Geschäftsführertagung des IG Metall-Bezirks letzte Abstimmungen zur Vorbereitung der Warnstreiks erfolgen. Sie sollten ab dem 29. März, 0 Uhr, beginnen. Erste Aktionen stehen nach Angaben eines Sprechers bereits für Wuppertal, Düsseldorf und Duisburg fest.

Die IG Metall fordert die Erhöhung der Einkommen um fünf Prozent, eine um 37 Euro erhöhte Ausbildungsvergütung, einen Tarifvertrag zur Qualifizierung und Innovation sowie die Neuvereinbarung des Tarifvertrages über vermögenswirksame Leistungen. „Gute Gewinne müssen jetzt auch bei den Beschäftigten ankommen“, betonte Wetzel. Es gebe keinen Grund, den Abschluss eines neuen Tarifvertrages weiter zu verzögern.

Die Metallarbeitgeber betonten dagegen, sie seien auch ohne Warnstreiks zu Lohnerhöhungen bereit. Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen, Michael Jäger, unterstrich aber, die Einkommensverbesserungen müssten so gestaltet werden, dass sie von der Breite der Unternehmen und nicht nur von der Spitze verkraftet werden könnten. Anders sei Arbeit nicht in Deutschland zu halten.

Einmalzahlungen angeboten

Da die IG Metall nicht nur Tariferhöhungen von fünf Prozent fordere, sondern zusätzlich „ein Plus in Form von Qualifizierung und Innovation sowie vermögenswirksamen Leistungen“, sei das Gesamtvolumen bisher unklar, erklärte Jäger. Wie bei dieser Forderungshöhe Arbeitsplätze gesichert oder sogar aufgebaut werden sollten, habe die IG Metall nicht erklären können. Er schlug einen Tarifabschluss vor, der sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten an der Trendrate der gesamtwirtschaftlichen Produktivität orientiere. Darüber hinaus könnten konjunkturelle Sonderentwicklungen in einer Einmalzahlung berücksichtigt werden.

Unterdessen kündigte der Zweite Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, eine „kraftvolle Tarifauseinandersetzung“ auch in den neuen Bundesländern an. „Fünf Prozent mehr sind fair“ - das gelte uneingeschränkt, die Gewerkschaft werde keine Abkoppelung des Ostens zulassen, sagte Huber in Erfurt. Der für Thüringen zuständige IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild forderte die Arbeitgeber auf, die Zeit bis zum Ende der Friedenspflicht am 28. März zur Vorlage eines verhandlungsfähigen Angebots zu nutzen. Sonst werde es unmittelbar ab Auslaufen dieser Phase massive Warnstreiks auch in Thüringen geben.

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