Tarifrunde
Verdi kündigt harte Auseinandersetzung an

Den Arbeitgebern von Bund und Kommunen droht eine harte Auseinandersetzung mit der Gewerkschaft. Die erste Warnstreikwelle in den Krankenhäusern sei nur der Anfang gewesen, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske bei einer Kundgebung in Worms. „Entweder die Arbeitgeber finden Anschluss an die Realität oder sie bekommen es mit uns zu tun.“

HB WORMS. Der Bundesvorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft sagte, das Angebot der Arbeitgeber gleiche nicht einmal die Preissteigerung aus. „Das ist eine Provokation.“ Es gebe praktisch keine Pflegekraft, keinen Busfahrer und keinen Müllwerker, der bis 65 Jahre arbeitsfähig sei. Vor diesem Hintergrund sei eine Arbeitszeitverlängerung unsinnig.

Die Arbeitgeber hätten keinen Bezug mehr zur Situation der Beschäftigten, sagte Bsirske. Seit 1996 seien 48 000 Stellen in den Kliniken abgebaut worden. Zugleich sei die Zahl der Patienten um eine Million gestiegen. Die Arbeitsbelastung jeder Pflegekraft sei um 25 bis 26 Prozent gestiegen. „Jetzt muss Schluss sein“, sagte der Verdi-Chef. „Es muss sich etwas ändern.“

In Rheinland-Pfalz traten nach Angaben der Gewerkschaft insgesamt rund 800 Mitarbeiter von kommunalen Kliniken sowie Stadtverwaltungen in den Ausstand, darunter etwa 500 in Worms sowie 300 in Idar-Oberstein. In Worms versammelten sich die Streikenden vor dem Lutherdenkmal und zogen anschließend in einem Protestzug durch die Innenstadt. „Wir stehen hier, wir können nicht anders“, sagte der Verdi-Landesvorsitzende Uwe Klemens. Auf Transparenten war zu lesen: „Genug gelacht, wir brauchen acht!“ oder „Acht Prozent, denn wir sind ja bescheiden“.

Die Personalratsvorsitzende der Stadt Worms, Henni Philipp, sagte, die von den Arbeitgeber angebotenen fünf Prozent seien angesichts der Inflation nicht akzeptabel. „Wir müssen auf die Gasse“, sagte Philipp unter dem Applaus der Beschäftigten. „Wir kriegen keine Sonderpreise, wenn wir Brot kaufen.“ Die aktuelle Situation führe zu einer enormen Mobilisierung unter den kommunalen Beschäftigten und treibe der Gewerkschaft neue Mitglieder zu: „Es geht derzeit ein Ruck durch die Verwaltung.“

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