Tarifstreit: Deutsche Bahn und GDL wollen bis Februar verhandeln

Tarifstreit
Deutsche Bahn und GDL wollen bis Februar verhandeln

Die Deutsche Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL haben bei einem ersten Treffen Tarifgespräche bis Februar vereinbart. Der Bahn-Konzern hofft auf gemeinsame Gespräche mit der EVG. Streikdrohungen seien überflüssig.
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BerlinIm Tarifstreit zwischen der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL haben beide Seiten weitere Gespräche bis in den Februar hinein vereinbart. Nach einem Termin am Mittwoch kommender Woche seien weitere drei Runden angesetzt worden, teilte Personalvorstand Ulrich Weber am Montag mit. Trotz getrennter Tarifverhandlungen mit der GDL und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hofft die Bahn für die Zukunft auf gemeinsame Tarifgespräche.

„Wir haben Strukturfragen angesprochen und erste inhaltliche Themen ausgetauscht“, gab Weber nach einem Gespräch mit der GDL an. Der nun vorliegende Terminplan zeige, „dass wir uns jetzt vorgenommen haben, die Themen abzuarbeiten“. „Mit einem bisschen guten Willen auf beiden Seiten sollte es gelingen, zu guten Ergebnissen zu kommen“, gab sich Weber zuversichtlich.

Die Verhandlungen mit der EVG waren bereits in der vergangenen Woche wieder aufgenommen worden. Der Konzern hatte sich mit den getrennt laufenden Gesprächen einverstanden erklärt, nachdem die drei Seiten keinen Weg für gemeinsame Verhandlungen finden konnten. Das Vorgehen sei „kompliziert“, sagte Weber am Montag im Deutschlandfunk. „Wir müssen früher oder später an einem Tisch zusammenkommen“, forderte er.

Hintergrund der nun vereinbarten Vorgehensweise war ein Machtkampf der Gewerkschaften, die teils dieselben Berufsgruppen vertreten und für alle ihre Mitglieder einen Abschluss anstreben. Zuvor war die GDL nur für die Lokführer zuständig; in ihr sind aber zum Beispiel auch Zugbegleiter und Disponenten organisiert. Für diese galt bisher der Tarifvertrag der EVG, die nun auch für die Lokführer unter ihren Mitgliedern verhandelt.

Am Ende der Tarifrunde steht für die Gewerkschaften nun jeweils ein eigener Tarifvertrag. Die beiden Vereinbarungen sollen nach dem Willen der Bahn aber identische Regelungen enthalten. Werde das nicht erreicht, drohten „Unfrieden“ und eine „Spaltung der Belegschaft“, wandte Weber erneut ein. Zugleich kritisierte er Streikandrohungen als „wenig hilfreich“.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte im ZDF-“Morgenmagazin“, die Deutsche Bahn sei durchaus in der Lage, mehrere Tarifverträge auszuhandeln, da der Konzern als Arbeitgeber die Gespräche am Verhandlungstisch „ein Stück weit“ steuern könne. Die GDL werde weiter für die Forderungen ihrer Mitglieder eintreten. Wenn die EVG letztlich eine von der GDL durchgesetzte Forderung „geschenkt“ bekäme, könne er damit leben.

Weselsky sagte, er sei der „festen Überzeugung“, dass auf dem Verhandlungsweg ein Ergebnis erzielt werden könne. Beide Seiten hätten im Dezember gezeigt, dass Kompromisse erzielt werden könnten. Mitte Dezember hatten sich beide Parteien im festgefahrenen Tarifkonflikt aufeinander zubewegt und rückwirkend für das zweite Halbjahr 2014 eine Einmalzahlung von 510 Euro für die GDL-Mitglieder vereinbart.

Streiks waren damit vorerst vom Tisch. Am Wochenende drohte Weselsky jedoch erneut mit Streiks. Im ZDF zeigte er sich nun kompromissbereit. „Man muss nicht ständig mit Streiks drohen, sondern diese Arbeitskampfmacht muss man im Hintergrund wachhalten“, sagte er.

Weber bezeichnete die Streikandrohung als „völlig überflüssig“. „Das macht die Leute nur unruhig“, sagte er im Deutschlandfunk.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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